<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!-- generator="wordpress/2.0.4" -->
<rss version="2.0" 
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	>

<channel>
	<title>IGAR</title>
	<link>http://www.abstinenz.org</link>
	<description>Abstinenz befreit!</description>
	<pubDate>Mon, 09 Apr 2007 19:07:09 +0000</pubDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.0.4</generator>
	<language>en</language>
			<item>
		<title>Kinder der Sucht</title>
		<link>http://www.abstinenz.org/2007/04/09/kinder-der-sucht/</link>
		<comments>http://www.abstinenz.org/2007/04/09/kinder-der-sucht/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Apr 2007 19:05:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Alkohol und Drogen</category>
	<category>Presse</category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.abstinenz.org/2007/04/09/kinder-der-sucht/</guid>
		<description><![CDATA[Der &#8220;Spiegel&#8221; schreibt in seiner Ausgabe vom 7.4.2007:
Die Methadonsubstitution hat zu einem Babyboom bei drogenabh&#228;ngigen Frauen gef&#252;hrt. Doch die meisten sind mit ihrem Nachwuchs &#252;berfordert - viele Kids werden verhaltensauff&#228;llig, selber s&#252;chtig, landen im Heim oder in einer Pflegefamilie. Der Staat ignoriert das Problem weitgehend.
Als er zum ersten Mal Heroin kaufte, war Matthias gerade neun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der &#8220;Spiegel&#8221; schreibt in seiner Ausgabe vom 7.4.2007:</p>
<p><font color="#666666" size="-1"><strong>Die Methadonsubstitution hat zu einem Babyboom bei drogenabh&#228;ngigen Frauen gef&#252;hrt. Doch die meisten sind mit ihrem Nachwuchs &#252;berfordert - viele Kids werden verhaltensauff&#228;llig, selber s&#252;chtig, landen im Heim oder in einer Pflegefamilie. Der Staat ignoriert das Problem weitgehend.</strong></font></p>
<p><font size="-1">Als er zum ersten Mal Heroin kaufte, war Matthias gerade neun Jahre alt. Ein schm&#228;chtiger Junge mit blonden kurzen Haaren war er damals, und er hatte panische Angst, erwischt zu werden. Er setzte sich trotzdem tapfer in den Zug, fuhr zum Hauptbahnhof, dorthin, wo die Dealer auf Kundschaft warten. Das Geld f&#252;r die Drogen hielt Matthias fest umklammert in seiner rechten Hand. Er hatte es von seiner Mutter.</font><font size="-1">Die lag zur selben Zeit zitternd und vor Schmerzen schreiend zu Hause auf dem Fu&#223;boden - sie &#8220;schob eine Affen&#8221;, so nennen es Junkies, wenn sie auf Entzug sind. &#8220;Mutter hatte mich angefleht, ich sollte ihr einen Schuss besorgen&#8221;, erinnert sich Matthias, &#8220;und dann hat sie gedroht, wenn ich nicht fahre, bringe sie sich um. So was h&#228;lt doch kein Kind aus.&#8221;</p>
<p><a id="more-49"></a></p>
<p>Matthias musste noch viel mehr aushalten: die st&#228;ndigen Abst&#252;rze der Mutter, die Schl&#228;ge ihrer Lebensgef&#228;hrten, die Sorge um seine sieben Jahre j&#252;ngere Schwester und das jahrelange Versteckspiel vor dem Jugendamt - damit die Kinder nicht in ein Heim mussten. Die Drogen, die Matthias mit 13 kaufte, nahm er selbst. Da war er schon kurz vor dem eigenen Absturz, schw&#228;nzte die Schule, klaute, trieb sich herum.</p>
<p>Heute ist Matthias 18 Jahre alt, fast zwei Meter gro&#223;. Er tr&#228;gt Schlabberjeans und weite Pullis und tr&#228;umt von einer Karriere als Soldat. Er hatte Gl&#252;ck. Seit drei Jahren lebt er in einer Therapieeinrichtung, lernt seine Vergangenheit zu verarbeiten. &#8220;Langsam&#8221;, sagt er, &#8220;komme ich dar&#252;ber hinweg.&#8221; Doch welche Narben die Kindheit hinterlassen hat, merkt der junge Mann beim Essen. Dann schaufelt er alles auf seinen Teller, was auf dem Tisch steht. &#8220;Wenn meine Mutter auf Tour war, schloss sie uns immer ein. Dann gab es manchmal tagelang nichts zu essen.&#8221;</p>
<p>Schicksale wie das von Matthias werden selten &#246;ffentlich, dabei geh&#246;ren sie zum Alltag in Deutschland: Niemand wei&#223; genau, wie viele solcher Junkie-Kids hier leben, Sch&#228;tzungen gehen von 40 000 bis 60 000 aus. Ein gro&#223;er Teil davon ist im Vor- und Grundschulalter - und die Prognosen sind bedr&#252;ckend: Die meisten s&#252;chtigen M&#252;tter sind mit ihrem Nachwuchs &#252;berfordert. Viele der Kinder drohen zu verwahrlosen, sie werden verhaltensauff&#228;llig, haben Lernschwierigkeiten und rutschen nicht selten selbst in die Sucht ab.</p>
<p>Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu Katastrophen wie in Bremen: Dort fanden Polizisten im vergangenen Oktober die Leiche des zweieinhalbj&#228;hrigen Kevin tot im K&#252;hlschrank seines s&#252;chtigen Ziehvaters. Der Junkie steht im Verdacht, das Kind wom&#246;glich zu Tode gepr&#252;gelt zu haben. Ein Untersuchungsausschuss ermittelt nun, wieso die Beh&#246;rden das Kind nicht sch&#252;tzen konnten, obwohl doch die Bedrohung seit langem bekannt war.</p>
<p>Auch bundesweit hat der Tod des Jungen Wellen geschlagen: Seither streiten Politiker &#252;ber Kinderbetreuung und verbindliche Vorsorgeuntersuchungen, die Parteien entdecken die Familie neu - und</p>
<p>entsetzte B&#252;rger wundern sich: Wieso d&#252;rfen Junkies wie Kevins Eltern &#252;berhaupt Kinder gro&#223;ziehen? H&#228;tte der Staat nicht l&#228;ngst eingreifen m&#252;ssen?</p>
<p>Dabei spitzt sich die Situation in vielen F&#228;llen zu, eben weil der Staat eingreift. Es ist die Versorgung mit Methadon, die S&#252;chtige langfristig aus der Abh&#228;ngigkeit befreien soll - der Fachleute aber auch gewichtige Nebenwirkungen attestieren.</p>
<p>So gibt es unter den derzeit rund 65 000 Methadonpatienten einen regelrechten Babyboom. &#8220;W&#228;hrend bei vielen heroinkonsumierenden Frauen die Periode ausbleibt und sie deshalb unfruchtbar sind, stabilisiert die Methadonbehandlung den Zyklus&#8221;, erl&#228;utert der Erfurter Mediziner Ekkehart Englert. Die Folge: Fast jede zweite Substituierende hat mindestens ein Kind. Allein in der Berliner Charité waren in den vergangenen Jahren fast zwei Drittel der schwangeren S&#252;chtigen in der Methadonversorgung.</p>
<p>Doch was in einem Land, das &#252;ber Kindermangel klagt, eine gute Nachricht sein k&#246;nnte, &#252;berfordert Jugend&#228;mter, Mediziner und Suchthilfe. Vielerorts fehlen ein klares Konzept f&#252;r den Umgang mit den Junkie-Kids ebenso wie Personal f&#252;r die notwendige Betreuung und Kontrollen. In mancher Stadt landet die H&#228;lfte der Kinder fr&#252;her oder sp&#228;ter im Heim oder in einer Pflegefamilie.</p>
<p>So erging es auch Martina K., 37, einer schlanken, blonden Frau aus Hannover: Jahrelang dr&#246;hnte sie sich mit Heroin zu. &#8220;Ich wollte meinen K&#246;rper so wenig wie m&#246;glich sp&#252;ren&#8221;, sagt sie. Eine Bekannte nahm sie mit zu einem Arzt, der ihr Methadon verschrieb. &#8220;Das war zwar ausgerechnet ein Gyn&#228;kologe&#8221;, erinnert sie sich, &#8220;doch davon, dass ich schwanger werden k&#246;nnte, hat der nie gesprochen.&#8221; Martina K. bekam fortan einmal am Tag Methadon von dem Mediziner. Nebenbei aber rauchte sie viel, trank st&#228;ndig Alkohol - und sie hatte h&#228;ufig wechselnde Partner, ohne zu verh&#252;ten.</p>
<p>Sie war schon im f&#252;nften Monat, als endlich auffiel, dass sich Nachwuchs ank&#252;ndigte. Der Arzt sagte: &#8220;Da gratuliere ich Ihnen.&#8221; Er gab ihr ein paar Brosch&#252;ren. Als Martina K. nach Hause kam, lie&#223; sie sich erst einmal volllaufen. &#8220;Das halte ich nicht aus&#8221;, dachte sie. F&#252;r eine Abtreibung war es da zu sp&#228;t.</p>
<p>Mit der Geburt des kleinen Ben im achten Schwangerschaftsmonat ging der Horror allerdings erst richtig los. Die meisten Methadons&#228;uglinge leiden an einem Entzug, der noch schlimmer ist als bei Heroin. Ben hatte Kr&#228;mpfe, zitterte am ganzen K&#246;rper, und Martina K. war verzweifelt: &#8220;Ich f&#252;hlte mich als schlechte Mutter. Doch mein Kind zur Adoption geben, das wollte ich auch auf keinen Fall.&#8221;</p>
<p>Jan-Peter Siedentopf, Oberarzt an der Geburtsklinik der Berliner Charité, kennt diese Situationen: 50 Junkie-Kids kommen in der Infektionsambulanz im Jahr zur Welt. &#8220;Die schrillen Schreie der Kinder, wenn der Entzug einsetzt, sind selbst f&#252;r Gesunde kaum zu ertragen&#8221;, sagt er.</p>
<p>Besonders gef&#228;hrlich f&#252;r den Nachwuchs ist, wenn substituierende Frauen rauchen, trinken oder illegale Drogen nehmen, was in der Methadonversorgung weit verbreitet ist - dann drohen dem Nachwuchs Fehlbildungen. Vielen S&#252;chtigen scheint das egal zu sein: Bei Drogentests in der Charité fiel fast jede zweite Frau mit Beikonsum auf. &#8220;Die Kinder sind unruhiger und aggressiver als Altersgenossen, haben motorische Probleme und Lernschwierigkeiten&#8221;, sagt Siedentopf. Konflikte sind da programmiert: &#8220;Schwierige Kinder treffen auf besonders leicht reizbare Eltern&#8221;, schildert der Mediziner. &#8220;Da frage ich mich schon manchmal: Kann das gutgehen?&#8221;</p>
<p>Siedentopf r&#252;hrt damit an Kernfragen. Etwa der, ob sich Kindererziehung und Drogenkonsum generell vereinbaren lassen? Andererseits: Haben die M&#252;tter nicht doch eine Chance verdient? Immerhin stellt das Grundgesetz die Familie unter besonderen Schutz.</p>
<p>F&#252;r eine fr&#252;he Trennung von Mutter und S&#228;ugling gibt es zumindest wissenschaftliche Argumente: Die Psychologin Silke Schiemann der Kinder- und Jugendpsychiatrie Frankfurt hat in ihrer Dissertation 50 Kinder untersucht, die in den Jahren 1988 bis 1995 von damals drogenabh&#228;ngigen M&#252;ttern in Frankfurt am Main geboren wurden. Rund ein Drittel dieser Kinder lebt noch bei zumindest einem Elternteil, ein weiteres Drittel war kurz nach der Geburt zu Pflegeeltern gekommen oder adoptiert worden. Und das letzte Drittel hat &#8220;eine Odyssee mit bis zu f&#252;nf Betreuungswechseln hinter sich bringen m&#252;ssen&#8221;, berichtet Schiemann.</p>
<p>Das Ergebnis: &#8220;Den Kindern, die fr&#252;h adoptiert wurden oder zu Pflegeeltern kamen, ging es mit Abstand am besten&#8221;, fand die Psychologin heraus. Zwar litten auch die Pflegefamilienkinder, die in relativ stabilen Verh&#228;ltnissen aufwuchsen, im Alter von 6 bis 15 Jahren noch unter erh&#246;hten Aufmerksamkeitsproblemen und verst&#228;rkt aggressivem Verhalten. Aber bei den anderen Gruppen fielen die Ergebnisse &#8220;signifikant schlechter&#8221; aus, so Schiemann. Bei jenen Kindern attestierte die Psychologin &#8220;das h&#246;chste psychosoziale Risiko&#8221; und die &#8220;gr&#246;&#223;ten Entwicklungsbeeintr&#228;chtigungen&#8221;. Die Wissenschaftlerin kommt zu</p>
<p>einer deutlichen Empfehlung an die Jugend&#228;mter:</p>
<p>Bei der Frage nach einer Fremdunterbringung sollten sie &#8220;nicht z&#246;gerlich&#8221; sein. Zwar habe sie bei ihren Studien auch &#8220;einige wenige&#8221; F&#228;lle kennengelernt, in denen die Kinder bei ihren opiatabh&#228;ngigen Eltern unter vertretbaren Bedingungen aufgewachsen seien. Aber dies sei nur dann verantwortbar, wenn die Beh&#246;rden &#8220;immer sehr nah dran bleiben&#8221;.</p>
<p>Denn oft scheitern sogar M&#252;tter, die in der Geburt eines Kindes ihre Chance sehen, der Sucht zu entfliehen - wie Mechthild B., 42. Im Wartezimmer eines Substitutionsarztes in einer norddeutschen Kleinstadt entdeckte sie vor f&#252;nf Jahren die Liebe ihres Lebens. Schnell wurde sie schwanger, doch die Bedingungen f&#252;r das &#8220;Wunschkind&#8221; waren erb&#228;rmlich: Ihrem Arzt verschwieg sie, dass sie nebenbei Heroin spritzte, die Frauen&#228;rztin bemerkte nicht einmal ihre Sucht.</p>
<p>Als Tochter Viktoria auf die Welt kam, war der Traummann &#252;ber alle Berge, und das Kind hatte einen schweren Herzfehler und Hirnsch&#228;den.</p>
<p>Ihre Sucht ist Mechthild B. nicht losgeworden. Im Gegenteil: &#8220;Die Situation hat mich so &#252;berfordert, dass ich st&#228;ndig neuen Stoff brauchte.&#8221; Die Mitarbeiter im Jugendamt merkten nichts. &#8220;Einmal in der Woche kam eine Frau zum Kaffeetrinken&#8221;, erinnert sich Mechthild B. Sie hatte dann die Wohnung aufger&#228;umt, das Kind war im Kindergarten. Obwohl sich die inzwischen vierj&#228;hrige Viktoria wie eine Zweij&#228;hrige verhielt, schrieb die Beh&#246;rde unverdrossen positive Berichte.</p>
<p>Die Wende kam erst, als die Frau ihr unruhiges Kind abends auf dem Scho&#223; in den Schlaf wiegen wollte - und selber im Rausch wegsackte. &#8220;Mitten in der Nacht klingelten die Nachbarn Sturm&#8221;, erinnert sie sich. &#8220;Die konnten nicht schlafen, weil meine Tochter stundenlang mit dem Kopf auf den Boden schlug.&#8221; Am n&#228;chsten Morgen meldete sich Mechthild B. beim Jugendamt, das Kind kam zu einer Pflegefamilie. &#8220;Sonst h&#228;tte ich die Kleine wohl umgebracht.&#8221;</p>
<p>Solche Stimmungsschwankungen sind nach Ansicht des K&#246;lner Suchtforschers Michael Klein die Hauptgefahr f&#252;r die Kinder. &#8220;Wer gerade eben noch lieb und zugewandt mit seinem Kind spielt, kann innerhalb weniger Stunden abweisend kalt und gewaltt&#228;tig sein&#8221;, betont er.</p>
<p>Seit Jahren befasst sich Klein als einer der wenigen Wissenschaftler in Deutschland mit dem Thema - und wei&#223;, dass deutsche Jugend&#228;mter die Situation h&#228;ufig falsch einsch&#228;tzen: &#8220;Angek&#252;ndigte Besuche taugen kaum, die Kinder zu sch&#252;tzen. Wichtig w&#228;ren intensive Betreuung und st&#228;ndige Kontrolle.&#8221;</p>
<p>Davon allerdings ist das deutsche Sozialsystem weit entfernt. &#8220;F&#252;r viele St&#228;dte und Gemeinden sind das lauter Schmuddelkinder. Die meisten M&#252;tter sind alleinerziehend, fast alle leben von Hartz IV&#8221;, klagt Martina T&#246;dte von &#8220;Bella Donna&#8221;, der Landesfachstelle Frauen und Sucht in NRW. &#8220;Da will keiner ran.&#8221;</p>
<p>In vielen Kommunen schieben Mediziner, Hilfseinrichtungen und Beh&#246;rden die Verantwortung hin und her - dabei sind substituierende Junkies, anders etwa als Alkoholiker, den Beh&#246;rden bekannt: Sie werden in einem bundesweiten Register notiert, das freilich keine Information &#252;ber den etwaigen Nachwuchs enth&#228;lt.</p>
<p>Eigentlich sollten St&#228;dte und Gemeinden f&#252;r eine psychosoziale Begleitung der S&#252;chtigen sorgen, doch die f&#228;llt h&#228;ufig leeren Kassen zum Opfer. Drogenberater insistieren ungern - das k&#246;nnte die Vertrauensbasis zerst&#246;ren. Und Jugendhilfeeinrichtungen werden von vielen Junkie-M&#252;ttern ohnehin gemieden. Sie f&#252;rchten, dort w&#252;rden ihnen die Kinder weggenommen.</p>
<p>&#8220;F&#252;r alles gibt es Normen und Vorschriften&#8221;, klagt J&#246;rg Kons, Leiter der Beratungsstelle &#8220;Fitkids&#8221; f&#252;r Suchtkinder im nordrhein-westf&#228;lischen Wesel, &#8220;nur in diesem Bereich ist nichts geregelt.&#8221;</p>
<p>Erschwert wird die Situation, weil Politiker landauf, landab bei der Jugendhilfe die Mittel zusammengestrichen haben. In Frankfurt leben rund 1200 Junkie-Kids, das &#246;rtliche Projekt &#8220;Lichtblick&#8221;, das sich nicht einmal zwei Vollzeitstellen leisten kann, erreicht laut Leiterin Gabriele Schwarz &#8220;gerade zehn Prozent von ihnen&#8221;. In Hamburg sind es drei Betreuer des Projekts &#8220;Iglu&#8221;, die sich theoretisch um gesch&#228;tzte 3000 Suchtkinder zu k&#252;mmern h&#228;tten. Projektkoordinator Ulrich Weller-Dieck klagt: &#8220;Hilfsma&#223;nahmen bewilligt die Stadt h&#228;ufig nur, wenn Gefahr in Verzug ist.&#8221;</p>
<p>Dabei drohen den Kindern l&#228;ngst nicht nur Verwahrlosung oder Misshandlung. &#8220;Ob jemand s&#252;chtig wird, ist kein Zufall, Suchtverhalten wird gelehrt&#8221;, warnt der Wissenschaftler Ruthard Stachowske. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder dem Drogenschicksal anheimfallen, sei in einer Suchtfamilie sechsmal h&#246;her als in einer normalen Familie. Stachowske leitet die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch im nieders&#228;chsischen L&#252;neburg, wo Kinder und ihre s&#252;chtigen Eltern gemeinsam behandelt werden k&#246;nnen. &#8220;Es gibt nur eine Handvoll solcher Einrichtungen, aber einen riesigen Bedarf&#8221;, klagt der Heimleiter.</p>
<p>Dass es bei entsprechender Betreuung durchaus eine gemeinsame Perspektive f&#252;r M&#252;tter und Kinder geben kann, will der Sozialdienst katholischer Frauen in K&#246;ln seit dem vorvergangenen Jahr mit einem ungew&#246;hnlichen Angebot zeigen. Direkt gegen&#252;ber dem Wohnsitz des K&#246;lner Kardinals Joachim Meisner betreibt die Organisation die &#8220;Clearingstelle Wohnen&#8221;: In vier Apartments k&#246;nnen s&#252;chtige Frauen mit ihren Kindern wohnen - um ihre Erziehungsf&#228;higkeit zu beweisen. &#8220;Wir kehren die Beweislast um&#8221;, sagt der Leiter des K&#246;lner Jugendamts Wolfgang B&#252;scher. &#8220;Die Frauen zeigen, dass sie mit den Kindern klarkommen.&#8221;</p>
<p>Aische S., seit vier Jahren heroins&#252;chtig und jetzt im Methadonprogramm, wohnt seit Juli mit ihrer inzwischen neun Monate alten Tochter Desiree in einem der Apartments. Im ersten Monat nach der Geburt lebte ihr Kind bei einer Pflegefamilie.</p>
<p>&#8220;Unbeschreiblich&#8221; sei der Tag gewesen, an dem das Kind zu ihr zur&#252;ckkehrte, schw&#228;rmt sie und hebt Desiree auf ihren Scho&#223;: &#8220;Die werde ich nicht mehr hergeben.&#8221; Auch mit Methadon wolle sie bald nichts mehr zu tun haben. &#8220;Sie ist auf einem guten Weg&#8221;, glaubt die Psychologin Ilka Reinert, die in einem vierk&#246;pfigen Team die Frauen rund um die Uhr betreut.</p>
<p>Das Ende scheint allerdings offen: Neun Frauen wagten bisher das Erziehungsexperiment. F&#252;nf sind gescheitert, die Trennung der Kinder von ihren M&#252;ttern wurde eingeleitet.</p>
<p>MATTHIAS BARTSCH, MICHAEL FR&#214;HLINGSDORF (Spiegel 7.4.2007)</p>
<p /></font>
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRSS>http://www.abstinenz.org/2007/04/09/kinder-der-sucht/feed/</wfw:commentRSS>
		</item>
		<item>
		<title>Nach dem Entzug = vor dem Entzug? Langzeitverlauf bei drogenabh&#228;ngigen Jugendlichen</title>
		<link>http://www.abstinenz.org/2007/03/21/nach-dem-entzug-vor-dem-entzug-langzeitverlauf-bei-drogenabhaengigen-jugendlichen/</link>
		<comments>http://www.abstinenz.org/2007/03/21/nach-dem-entzug-vor-dem-entzug-langzeitverlauf-bei-drogenabhaengigen-jugendlichen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Mar 2007 16:45:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Sucht- und Drogenberichte</category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.abstinenz.org/2007/03/21/nach-dem-entzug-vor-dem-entzug-langzeitverlauf-bei-drogenabhaengigen-jugendlichen/</guid>
		<description><![CDATA[Autoren: Roland Ebner, Christoph Zierer,Wolfgang Schreiber
Institut: Bezirksklinikum Mainkofen
Anliegen: Identifikation von Faktoren, die mit einem chronifizierten Erkrankungsverlauf bei drogenabh&#228;ngigen Jugendlichen korrelieren.
Methode: Die Gruppen (Wiederaufnahme nach 4 Jahren versus keine Wiederaufnahme) mit je 37 Patienten wurde retrospektiv hinsichtlich soziodemografischer, sucht− und behandlungsspezifischer Merkmale untersucht.
Aus der Literatur ist bekannt, dass bei suchtkranken Jugendlichen h&#246;heres Alter, weibliches Geschlecht, Abstinenz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Autoren: Roland Ebner, Christoph Zierer,Wolfgang Schreiber<br />
Institut: Bezirksklinikum Mainkofen</p>
<p>Anliegen: Identifikation von Faktoren, die mit einem chronifizierten Erkrankungsverlauf bei drogenabh&#228;ngigen Jugendlichen korrelieren.</p>
<p>Methode: Die Gruppen (Wiederaufnahme nach 4 Jahren versus keine Wiederaufnahme) mit je 37 Patienten wurde retrospektiv hinsichtlich soziodemografischer, sucht− und behandlungsspezifischer Merkmale untersucht.</p>
<p>Aus der Literatur ist bekannt, dass bei suchtkranken Jugendlichen h&#246;heres Alter, weibliches Geschlecht, Abstinenz nach 6 Monaten, Besuch einer Selbsthilfegruppe, soziale Netzwerkarbeit und Wiederaufnahmen in die Therapie bei R&#252;ckfall mit einem positiven Outcome nach f&#252;nf Jahren korrelierten. Patienten mit juristischem Zwang zur Therapie hatten gleiche Therapieergebnisse als solche ohne juristischen Zwang.</p>
<p>Unsere Untersuchung weist daraufhin, dass ein chronifizierter Verlauf im Wesentlichen von Parametern des Schweregrads der Suchterkrankung abh&#228;ngt. Eine Wiederaufnahme nach f&#252;nf Jahren ist vermehrt bei m&#228;nnlichen Patienten zu erwarten, die Opiate intraven&#246;s konsumieren, in Substitutionsbehandlung waren und bereits mehrere Entgiftungen begonnen hatten.</p>
<p><a onmousedown="selectLink(47);" id="p47" href="http://www.abstinenz.org/wp-content/uploads/2007/03/artikel-psychiatrische-praxis-neu.pdf">Hier k&#246;nnen Sie die ganze Publikation lesen</a>
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRSS>http://www.abstinenz.org/2007/03/21/nach-dem-entzug-vor-dem-entzug-langzeitverlauf-bei-drogenabhaengigen-jugendlichen/feed/</wfw:commentRSS>
		</item>
		<item>
		<title>Der REITOX-Bericht f&#252;r Deutschland f&#252;r das Berichtsjahr 2005</title>
		<link>http://www.abstinenz.org/2007/03/12/der-reitox-bericht-fuer-deutschland-fuer-das-berichtsjahr-2005/</link>
		<comments>http://www.abstinenz.org/2007/03/12/der-reitox-bericht-fuer-deutschland-fuer-das-berichtsjahr-2005/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Mar 2007 17:49:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Sucht- und Drogenberichte</category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.abstinenz.org/2007/03/12/der-reitox-bericht-fuer-deutschland-fuer-das-berichtsjahr-2005/</guid>
		<description><![CDATA[Der REITOX-Bericht f&#252;r Deutschland f&#252;r das Berichtsjahr 2005 folgt den Richtlinien der Europ&#228;ischen Beobachtungsstelle f&#252;r Drogen und Drogensucht (EBDD) und ber&#252;cksichtigt die R&#252;ckmeldungen des Qualit&#228;tsberichts zu den bisherigen Berichten.
Jedes Kapitel des Berichts enth&#228;lt zu Beginn einen Abschnitt, der die wichtigsten Informationen zum Hintergrund enth&#228;lt – etwa zur Struktur der Gesundheitsversorgung eines Landes oder zu den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der REITOX-Bericht f&#252;r Deutschland f&#252;r das Berichtsjahr 2005 folgt den Richtlinien der Europ&#228;ischen Beobachtungsstelle f&#252;r Drogen und Drogensucht (EBDD) und ber&#252;cksichtigt die R&#252;ckmeldungen des Qualit&#228;tsberichts zu den bisherigen Berichten.<br />
Jedes Kapitel des Berichts enth&#228;lt zu Beginn einen Abschnitt, der die wichtigsten Informationen zum Hintergrund enth&#228;lt – etwa zur Struktur der Gesundheitsversorgung eines Landes oder zu den vorhandenen Datenquellen bei der &#220;bersicht &#252;ber den Drogenkonsum in der Bev&#246;lkerung. Diese Teile werden bei Bedarf &#252;berarbeitet und beschreiben jeweils die aktuelle Situation f&#252;r das Berichtsjahr.</p>
<p>Die &#252;brigen Abschnitte der einzelnen Kapitel berichten &#252;ber neue Daten und Ergebnisse zum Berichtsjahr. &#196;ltere Daten werden dort zu Vergleichszwecken herangezogen, wo dies sinnvoll ist. Ansonsten finden sich Verweise auf fr&#252;here Publikationen. Es wird im Text jeweils auf die betreffenden Standardtabellen (ST) und Strukturieren Fragebogen (SQ) der EBDD verwiesen, welche die Basisinformationen enthalten. Da diese bisher nur elektronisch verf&#252;gbar sind und nicht alle ein druckf&#228;higes Layout besitzen, sind sie nicht im Bericht enthalten. Auf Anfrage werden sie gern elektronisch zur Verf&#252;gung gestellt. Sie werden in K&#252;rze auch auf der Website der DBDD zur Verf&#252;gung stehen.</p>
<p>Weitere Informationen finden Sie f&#252;r den nationalen Bericht unter <a href="http://www.dbdd.de/">www.dbdd.de</a>, f&#252;r den europ&#228;ischen Bericht unter <a href="http://www.emcdda.europa.eu/">www.emcdda.europa.eu</a>.</p>
<p><a onmousedown="selectLink(45);" id="p45" href="http://www.abstinenz.org/wp-content/uploads/2007/03/reitox2006.pdf">Den Bericht k&#246;nnen Sie hier downloaden</a>
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRSS>http://www.abstinenz.org/2007/03/12/der-reitox-bericht-fuer-deutschland-fuer-das-berichtsjahr-2005/feed/</wfw:commentRSS>
		</item>
		<item>
		<title>11. Jahresbericht der Europ&#228;ischen Beobachtungsstelle f&#252;r Drogensucht</title>
		<link>http://www.abstinenz.org/2007/03/12/11-jahresbericht-der-europaeischen-beobachtungsstelle-fuer-dorgensucht/</link>
		<comments>http://www.abstinenz.org/2007/03/12/11-jahresbericht-der-europaeischen-beobachtungsstelle-fuer-dorgensucht/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Mar 2007 17:42:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Sucht- und Drogenberichte</category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.abstinenz.org/2007/03/12/11-jahresbericht-der-europaeischen-beobachtungsstelle-fuer-dorgensucht/</guid>
		<description><![CDATA[Dies ist der 11. Jahresbericht der Europ&#228;ischen Beobachtungsstelle f&#252;r Drogen und Drogensucht, der in diesem Jahr in 23 europ&#228;ischen Sprachen verf&#252;gbar ist. Blickt man auf die Berichte zur&#252;ck, die die Beobachtungsstelle im Laufe der Jahre ver&#246;ffentlicht hat, kann man kaum umhin, mit Erstaunen die wachsende F&#252;lle an Detailinformationen zur Kenntnis zu nehmen, die inzwischen zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist der 11. Jahresbericht der Europ&#228;ischen Beobachtungsstelle f&#252;r Drogen und Drogensucht, der in diesem Jahr in 23 europ&#228;ischen Sprachen verf&#252;gbar ist. Blickt man auf die Berichte zur&#252;ck, die die Beobachtungsstelle im Laufe der Jahre ver&#246;ffentlicht hat, kann man kaum umhin, mit Erstaunen die wachsende F&#252;lle an Detailinformationen zur Kenntnis zu nehmen, die inzwischen zur Verf&#252;gung steht – ein Ma&#223; f&#252;r die zunehmende Komplexit&#228;t der Situation sowohl im Hinblick auf den Konsum illegaler Drogen in Europa als auch die Art und Weise, wie Europa sich dem Drogenproblem stellt.</p>
<p><a onmousedown="selectLink(46);" id="p46" href="http://www.abstinenz.org/wp-content/uploads/2007/03/europa2006.pdf">Den Bericht k&#246;nnen Sie hier downloaden</a></p>
<p> 
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRSS>http://www.abstinenz.org/2007/03/12/11-jahresbericht-der-europaeischen-beobachtungsstelle-fuer-dorgensucht/feed/</wfw:commentRSS>
		</item>
		<item>
		<title>IGAR-Stellungnahme zum m&#246;glichen Ende des Heroin-Versuchs</title>
		<link>http://www.abstinenz.org/2007/02/20/stellungnahme-zum-moeglichen-ende-des-heroin-versuchs/</link>
		<comments>http://www.abstinenz.org/2007/02/20/stellungnahme-zum-moeglichen-ende-des-heroin-versuchs/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Feb 2007 13:02:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Heroinvergabe</category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.abstinenz.org/2007/02/14/stellungnahme-zum-moeglichen-ende-des-heroin-versuchs/</guid>
		<description><![CDATA[1. Seit Ende des Jahres 2006 geht durch die Presse, dass die so genannte Heroin-Studie nach ihrem geplanten Abschluss mit Ablauf jenes Jahres auch tats&#228;chlich beendet werden soll.
Seither h&#228;ufen sich Berichte, Stellungnahmen, Appelle und Eingaben von verschiedenen politischen Seiten, aus dem Sektor der Suchthilfe, von Verb&#228;nden und Interessengruppen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, folgen alle diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1. Seit Ende des Jahres 2006 geht durch die Presse, dass die so genannte Heroin-Studie nach ihrem geplanten Abschluss mit Ablauf jenes Jahres auch tats&#228;chlich beendet werden soll.</p>
<p>Seither h&#228;ufen sich Berichte, Stellungnahmen, Appelle und Eingaben von verschiedenen politischen Seiten, aus dem Sektor der Suchthilfe, von Verb&#228;nden und Interessengruppen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, folgen alle diese &#196;u&#223;erungen bisher dem gleichen Grundmuster:</p>
<p>Der medizinische Versuch, die Heroin-Studie also, sei &#8220;eindeutig erfolgreich&#8221; gewesen. Die Vergabe von Heroin an S&#252;chtige sei besser f&#252;r deren soziale und individuelle Lage als die Vergabe von Methadon. Eine Alternative gebe es nicht. Das Ende des Projekts sei ein R&#252;ckschlag f&#252;r eine erfolgreiche Drogenpolitik. Die Einstellung der Heroinvergabe sei unmenschlich gegen&#252;ber S&#252;chtigen. Wer statt Heroinvergabe auf den Weg abstinenter Rehabilitation setze, sei in Wirklichkeit ein Zyniker, dem das Schicksal der &#8220;&#196;rmsten der Armen&#8221; gleichg&#252;ltig sei.<br />
 <br />
Alle derartigen Einlassungen sind offenkundig weit entfernt von einer rationalen Argumentation zu einem in vielerlei Hinsicht schwerwiegenden und komplexen Problem. Sie haben den einzigen Zweck, jede Kritik am Heroin-Projekt zu ersticken.</p>
<p><a id="more-35"></a></p>
<p>2. Von manchen Medizinern und Therapeuten, von einigen Gesundheits- und Sozialpolitikern sind wenigstens unter vier Augen besorgte Haltungen erkennbar. Viele sehen oder ahnen mindestens, dass mit dem eingeschlagenen Weg der Heroin-Vergabe eine absch&#252;ssige Bahn betreten wurde, deren Ende nicht absehbar ist. Sie bef&#252;rchten, dass das Experiment Folgen haben kann, f&#252;r die schon in wenigen Jahren niemand die Verantwortung &#252;bernehmen wird.</p>
<p>3. Tats&#228;chlich hat es schon lange eine fundierte wissenschaftliche Kritik am bundesdeutschen Heroin-Experiment gegeben. Schon vor seinem Beginn hat eine internationale Expertenkommission der WHO bereits im Jahr 1999 eine gr&#252;ndliche Kritik gegen die seinerzeit entsprechend angelegte Heroin-Studie in der Schweiz formuliert. In dieser Studie werden alle relevanten kritischen Einw&#228;nde gegen die Freigabe von Heroin dargestellt und begr&#252;ndet, die heute nach dem Medikamentenversuch in Deutschland mehr denn je Bestand haben. Dass die Betreiber der deutschen Studie diese Kritik beharrlich ignorieren, entspringt ihrem Interesse.</p>
<p>Auch in Deutschland haben kompetente Mediziner, Suchtexperten u.a.m. die deutsche Studie mit fundierter Kritik begleitet. Wesentliche Kritikpunkte sind u.a.:</p>
<p>• Der Heroinkonsum geht hierzulande wie in anderen &#228;hnlich strukturierten L&#228;ndern seit Jahren kontinuierlich zur&#252;ck. Entgegen der Behauptung der Unterst&#252;tzer der Heroinvergabe hat das jedoch nichts mit der aktuellen deutschen Drogenpolitik und schon gar nicht mit dem Medikamentenexperiment zu tun.</p>
<p>• Schwerwiegende negative Erfahrungen mit der Freigabe von Heroin in verschiedenen Staaten (USA, Gro&#223;britannien, Schweden) werden von den Unterst&#252;tzern der Studie nachhaltig geleugnet und verdreht.</p>
<p>• Die bundesdeutsche Studie hat ihre eigenen medizinischen und Test-Standards nicht eingehalten. Bei Sicherung der Haltequote wurde mit unsauberen Mitteln gearbeitet. Die Test- und Evaluationskriterien wurden, entgegen seri&#246;ser Praxis, niemals ver&#246;ffentlicht, schon gar nicht vor Beginn der Studie.</p>
<p>• Die so genannten hervorragenden Ergebnisse wurden von Verantwortlichen bereits wenige Wochen nach Beginn des Experiments propagiert, als Ergebnisse seri&#246;s noch nicht erkennbar sein konnten. In den so genannten Abschlussberichten von 2006 werden belanglose Einzelvorg&#228;nge zu gro&#223;en Erfolgen hochstilisiert.</p>
<p>4. Es ist anzunehmen, dass der Druck zur weiteren Fortsetzung der praktisch freien Vergabe von Heroin an S&#252;chtige in den n&#228;chsten Wochen noch zunehmen wird. Damit ignorieren Verantwortliche gro&#223;z&#252;gig die eigene Planung des Experiments, das Studien-Design. Politischer Druck auf der Basis unwissenschaftlichen Herangehens, auf der Grundlage nicht transparenter Planung und Durchf&#252;hrung und mit Bezug auf k&#252;nstlich hochgespielte &#8220;Erfolge&#8221;: dies ist der Charakter der bundesdeutschen Heroin-Studie. Dass dies, neben vielem anderen, eine vernichtende Kritik am sonst so hoch gelobten Methadon-Programm ist, sei nur am Rande vermerkt. Aber &#252;ber dieses Programm spricht ohnehin kaum noch jemand!</p>
<p>Es treffen sich hier zwei sonst eher gegens&#228;tzliche Interessen, die der Politik, denen es darum geht, S&#252;chtige in eleganter Form von der Strasse zu holen und die bestimmter Bereiche  der &#8220;akzeptierenden Suchthilfe&#8221; denen es um Arbeitsplatzsicherung geht sowie der Pharmaindustrie, der ein &#246;ffentlich finanziertes Experiment erm&#246;glicht wird um Heroin als profitables &#8220;Medikament&#8221; salonf&#228;hig zu machen.</p>
<p>5. Jeder am Heroin-Experiment Beteiligte und jeder Verantwortliche behauptet, dass &#8220;selbstverst&#228;ndlich auch Abstinenz eine Option&#8221; sei. Wenn Probanden, also S&#252;chtige, die im Rahmen der Studie kontinuierlich mit Heroin versorgt werden, &#8220;den Wunsch &#228;u&#223;erten, zu entziehen und abstinent zu leben&#8221;, dann w&#252;rde das &#8220;selbstverst&#228;ndlich unterst&#252;tzt&#8221;. In einigen wenigen Einzelf&#228;llen sei das ja auch geschehen. Tats&#228;chlich ist das gesamte Studien-Design, sind die praktischen Abl&#228;ufe darauf gerichtet, Abstinenz unm&#246;glich zu machen.</p>
<p>Die von den Unterst&#252;tzern der Studie scheinbar verzweifelt gestellte Frage, was denn nun mit den S&#252;chtigen geschehen solle, denen man jetzt die Heroin-Ambulanz wegnehme, ist sehr einfach zu beantworten:</p>
<p>• Man muss S&#252;chtige als Menschen mit Respekt behandeln, man darf ihnen unter keinen Umst&#228;nden suggerieren, sie seien hoffnungslose F&#228;lle und sie seien nur noch f&#228;hig ein Leben zu f&#252;hren, wenn sie auf unabsehbare Zeit am Tropf einer abh&#228;ngig machenden Droge h&#228;ngen.</p>
<p>• S&#252;chtige als Menschen mit W&#252;rde und Respekt zu behandeln, hei&#223;t auch, dass die wissenschaftliche Fehlkonstruktion dieser so genannten Studie mitsamt ihren gesch&#246;nten Ergebnissen offen eingestanden wird. Die einzige wirklich seri&#246;se Konsequenz kann nur sein, das Experiment umgehend und dauerhaft einzustellen.</p>
<p>• S&#252;chtige sind Menschen, denen wirksam geholfen werden muss und geholfen werden kann, wie zahllose erfolgreiche abstinenzorientierte Beispiele praktisch beweisen. Die f&#252;r die Heroin-Studie bereits aufgewandten und f&#252;r die Zukunft geplanten Finanzmittel von vielen Millionen Euro erm&#246;glichten den Betroffenen einen qualifizierten Entzug, eine qualifizierte Therapie und den Start in ein gesundes, drogenfreies, individuell und sozial befriedigendes Leben. Darauf sind alle Anstrengungen einer humanen Drogenpolitik auszurichten. Dies ist die wirkliche Achtung von Menschenrechten!</p>
<p>Nicht zuletzt sei darauf hingewiesen, dass weniger als ein Prozent der S&#252;chtigen in den „Genuss“ dieser fragw&#252;rdigen Behandlung kommen sollen. Am Drogenproblem &#228;ndert das nichts! Im Gegenteil, wirklich seri&#246;se und erfolgreiche Behandlungsans&#228;tze werden diffamiert und herabgew&#252;rdigt.</p>
<p>IGAR 2/2007</p>
<p>Auf Wunsch schicken wir Ihnen gerne weitere ausf&#252;hrliche Informationen zu diesem Thema zu. <a href="mailto:info@abstinenz.org">info@abstinenz.org</a>
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRSS>http://www.abstinenz.org/2007/02/20/stellungnahme-zum-moeglichen-ende-des-heroin-versuchs/feed/</wfw:commentRSS>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Gegner der Heroinvergabe werden als Ideologen diffamiert&#8221;</title>
		<link>http://www.abstinenz.org/2007/02/17/gegner-der-heroinvergabe-werden-als-ideologen-diffamiert/</link>
		<comments>http://www.abstinenz.org/2007/02/17/gegner-der-heroinvergabe-werden-als-ideologen-diffamiert/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Feb 2007 12:15:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Presse</category>
	<category>Heroinvergabe</category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.abstinenz.org/2007/02/17/gegner-der-heroinvergabe-werden-als-ideologen-diffamiert/</guid>
		<description><![CDATA[Interview aus FR-Online
Hessens Ministerpr&#228;sident Roland Koch (CDU) will eine Bundsratsinitiative des Hamburger B&#252;rgermeisters Ole van Beust f&#252;r eine ambulante Heroinabgabe an Schwerstabh&#228;ngige unterst&#252;tzen. Baden-W&#252;rttembergs CDU-Fraktionschef und Parteivize Stefan Mappus sieht daf&#252;r in der Union keine Mehrheit.
Frankfurter Rundschau: Sind Sie beim Thema Heroinvergabe alleiniger &#8220;Blockierer&#8221;, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine B&#228;tzing (SPD) sagt?
Stephan Mappus: Nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Interview aus FR-Online</p>
<p>Hessens Ministerpr&#228;sident Roland Koch (CDU) will eine Bundsratsinitiative des Hamburger B&#252;rgermeisters Ole van Beust f&#252;r eine ambulante Heroinabgabe an Schwerstabh&#228;ngige unterst&#252;tzen. Baden-W&#252;rttembergs CDU-Fraktionschef und Parteivize Stefan Mappus sieht daf&#252;r in der Union keine Mehrheit.</p>
<p>Frankfurter Rundschau: Sind Sie beim Thema Heroinvergabe alleiniger &#8220;Blockierer&#8221;, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine B&#228;tzing (SPD) sagt?</p>
<p>Stephan Mappus: Nicht jeder, der eine bestimmte Position vertritt, ist automatisch ein Blockierer. Im Gegenteil. Die Anh&#246;rung unserer CDU-Fraktion ergab, dass es die gro&#223;en Vorteile, die Diamorphinen (dem synthetischen Heroin, Anm. d. Red.) zugeschrieben werden, so nicht gibt. Was mich aber viel mehr st&#246;rt in der Debatte ist die populistische Argumentation, man lasse die Menschen allein, wenn man jetzt nicht zustimmt. Das weise ich mit aller Entschiedenheit zur&#252;ck. Sie werden &#252;berhaupt nicht allein gelassen, sondern weiterhin medizinisch auch beim Entzug betreut. Aber eben nicht mit Diamorphin, wie es manche Damen und Herren gern h&#228;tten.</p>
<p><a id="more-37"></a></p>
<p>Ihre Parteikollegen Roland Koch und Ole van Beust sehen das offenbar anders.</p>
<p>Bei Herrn van Beust wusste ich das. Bei Herrn Koch wundert es mich. Ich kann nur sagen: Die CDU-Bundestagsfraktion, auch deren gesundheitspolitische Sprecherin Annette Widmann-Mauz, die Partei-Vize in Baden-W&#252;rttemberg ist, sieht es nicht so. Auch die CSU nicht. Wer ver&#228;nderungswillig ist, muss schon den Beweis f&#252;hren, warum er etwas &#228;ndern will. Wir haben doch auch eine Reihe guter Argumente, die Modellversuche nicht fortzuf&#252;hren, z.B. die Erfahrungen in der Schweiz, wo man derzeit die vierte Generation synthetischer Ersatzdrogen konstruiert. Die Bef&#252;rworter m&#252;ssten zudem sagen, wer es bezahlen soll. Sie k&#246;nnen bei einer Gesundheitsreform dem normalen Kassenpatienten nicht sagen, er bekomme weniger Leistung, m&#252;sse er aber einen noch h&#246;heren Beitrag zahlen. Gleichzeitig kommt das Thema Diamorphin auf die gesetzlichen Krankenkassen zu. Die Antwort auf diese Frage geh&#246;rt zur Redlichkeit.</p>
<p>Aber selbst der Karlsruher OB Heinz Fenrich, ein CDU-Mann, h&#228;lt Ideologie f&#252;r den Grund ihrer Ablehnung.</p>
<p>Schon klar: Diejenigen, die dagegen sind, werden immer als Ideologen abgestempelt. Das st&#246;rt mich generell an der Argumentation der Bef&#252;rworter einer ambulanten Heroinabgabe. Es wurden Versuche gemacht, bei denen Diamorphine verglichen wurden mit Methadon. Es ist unbestritten, dass die Heroin-Therapie geringf&#252;gig bessere Ergebnisse bringt. Aber das Ganze fand unter Modellcharakter statt, also unter st&#228;ndiger Aufsicht sowie psychosozialer und medizinischer Betreuung. Keiner der Bef&#252;rworter sagt, wie das gehen soll, wenn es zur Regelbehandlung wird. Ich halte es deshalb f&#252;r nicht seri&#246;s, die Gegner als Ideologen zu diffamieren.</p>
<p>Aus Ihrer Sicht ist der Kurswechsel der Union also keineswegs vollzogen?</p>
<p>Ich sehe keinen Kurswechsel der Union, sondern Einzelmeinungen. Ich w&#252;rde auch einem Bundesparteitag in dieser Frage gelassen entgegen sehen. Eine ambulante Abgabe von Heroin lehnen wir ab. Das wird mit der CDU Baden-W&#252;rttembergs nicht zu machen sein. Wenn es um station&#228;re Behandlungsmethoden geht, konnte und kann man mit uns reden.</p>
<p>Interview: Gabriele Renz (FR-Online)</p>
<p> 
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRSS>http://www.abstinenz.org/2007/02/17/gegner-der-heroinvergabe-werden-als-ideologen-diffamiert/feed/</wfw:commentRSS>
		</item>
		<item>
		<title>Heroinvergabe: Zahlreiche Experten bezweifeln Wirksamkeit der Studie</title>
		<link>http://www.abstinenz.org/2007/02/17/heroinvergabe-zahlreiche-experten-bezweifeln-wirksamkeit-der-studie/</link>
		<comments>http://www.abstinenz.org/2007/02/17/heroinvergabe-zahlreiche-experten-bezweifeln-wirksamkeit-der-studie/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Feb 2007 12:09:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Presse</category>
	<category>Heroinvergabe</category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.abstinenz.org/2007/02/17/heroinvergabe-zahlreiche-experten-bezweifeln-wirksamkeit-der-studie/</guid>
		<description><![CDATA[CDU/CSU - Bundestagsfraktion
Anl&#228;sslich der Forderung von
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Behandlung
Schwerstabh&#228;ngiger mit Heroin fortzuf&#252;hren, erkl&#228;rt die
Drogenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Eichhorn MdB:
Die Mehrheit der Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
spricht sich gegen die weitere Vergabe von Heroin an
Schwerstabh&#228;ngige aus. Heroin darf derzeit nur noch an die im
Modellprojekt befindlichen Patienten verabreichet werden. Eine
Heroinsubstitution dar&#252;ber hinaus wird es nicht geben. Dies hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>CDU/CSU - Bundestagsfraktion<br />
Anl&#228;sslich der Forderung von<br />
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Behandlung<br />
Schwerstabh&#228;ngiger mit Heroin fortzuf&#252;hren, erkl&#228;rt die<br />
Drogenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Eichhorn MdB:</p>
<p>Die Mehrheit der Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion<br />
spricht sich gegen die weitere Vergabe von Heroin an<br />
Schwerstabh&#228;ngige aus. Heroin darf derzeit nur noch an die im<br />
Modellprojekt befindlichen Patienten verabreichet werden. Eine<br />
Heroinsubstitution dar&#252;ber hinaus wird es nicht geben. Dies hat gute<br />
Gr&#252;nde.</p>
<p><a id="more-36"></a></p>
<p>Die Substitutionsbehandlung ist in Deutschland im internationalen<br />
Vergleich heute schon besonders gut entwickelt. Von den 130.000<br />
Heroinabh&#228;ngigen befinden sich 60.000 in Behandlung, 90 Prozent davon<br />
in der Substitutionsbehandlung.</p>
<p>Eine Vielzahl von Fachleuten hinterfragt die Studienergebnisse<br />
kritisch und hat Zweifel an der Wirksamkeit der Heroinvergabe.  So<br />
kommt Prof. Schulenburg in der gesundheits&#246;konomischen<br />
Begleitforschung zur Heroinstudie zu dem Ergebnis, dass die<br />
Methadonbehandlung der heroingest&#252;tzten Behandlung deutlich &#252;berlegen<br />
ist, wenn man nur die Patienten betrachtet, die die Behandlung<br />
vollst&#228;ndig beendet haben.</p>
<p>Oberstes Ziel aller Ma&#223;nahmen ist f&#252;r die Union die<br />
abstinenzorientierte Entw&#246;hnung.<br />
Laut Prof. T&#228;schner von der Universit&#228;tsklinik T&#252;bingen nehmen jedoch<br />
nur 6% der Heroinpatienten eine Abstinenzbehandlung auf.<br />
Der Konsum von Heroin ist seit mehreren Jahren stark r&#252;ckl&#228;ufig. Ein<br />
Gro&#223;teil der S&#252;chtigen ist gut versorgt. Es stellt sich deshalb die<br />
Frage, ob es richtig ist, ein weiteres kostspieliges und aufwendiges<br />
Verfahren einzuf&#252;hren, wenn auf der anderen Seite die wachsende<br />
Gruppe der Konsumenten von Party- und Designerdrogen steht. F&#252;r diese<br />
Menschen stehen kaum Pr&#228;ventionsma&#223;nahmen und noch weniger<br />
Therapieangebote zur Verf&#252;gung.</p>
<p>Es ist unbestritten, dass die Kosten f&#252;r die Heroinbehandlung die<br />
der Methadonbehandlung um das drei- bis vierfache &#252;bersteigen. Wenn<br />
wir derzeit durch die Gesundheitsreform die Kosten in den Griff<br />
bekommen wollen, k&#246;nnen wir den Versicherten nicht zus&#228;tzliche Lasten<br />
&#252;ber die Heroinsubstitution aufb&#252;rden.</p>
<p>Die Kosten-Nutzwert-Analyse f&#228;llt laut Begleitstudie zu Gunsten<br />
der Methadontherapie aus. Die methadongest&#252;tzte Behandlung ist danach<br />
der heroingest&#252;tzten deutlich &#252;berlegen, wenn nur das<br />
Kosten-Nutzwert-Verh&#228;ltnis derjenigen Studienteilnehmer betrachtet<br />
wird, die die jeweilige Behandlung vollst&#228;ndig beendeten.</p>
<p>Der von den Fraktionsvorsitzenden getroffene Beschluss ist<br />
richtig. Im Rahmen begrenzter Mittel sollte die bestm&#246;gliche<br />
Behandlung f&#252;r eine m&#246;glichst gro&#223;e Zahl von Betroffenen zur<br />
Verf&#252;gung gestellt werden. Mit zus&#228;tzlichen Mitteln kann derzeit am<br />
ehesten im Rahmen der Ausweitung der ambulanten Methadonsubstitution<br />
der Zustand einer gr&#246;&#223;tm&#246;glichen Anzahl Betroffener verbessert<br />
werden.</p>
<p> 
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRSS>http://www.abstinenz.org/2007/02/17/heroinvergabe-zahlreiche-experten-bezweifeln-wirksamkeit-der-studie/feed/</wfw:commentRSS>
		</item>
		<item>
		<title>Anonyme Stellungnahme eines Betroffenen zur Heroinverbage</title>
		<link>http://www.abstinenz.org/2007/02/16/anonyme-stellungnahme-eines-betroffenen-zur-heroinverbage/</link>
		<comments>http://www.abstinenz.org/2007/02/16/anonyme-stellungnahme-eines-betroffenen-zur-heroinverbage/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Feb 2007 19:06:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Heroinvergabe</category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.abstinenz.org/2007/02/16/anonyme-stellungnahme-eines-betroffenen-zur-heroinverbage/</guid>
		<description><![CDATA[Dieser Beitrag wurde in einem Blog zum Thema gefunden:
.anonymus
Am 11. Oktober 2006 um 12:57 Uhr Ich bin seit mehr als 16 Jahren von harten Drogen abh&#228;ngig und habe daher grosses Interesse die Situation der S&#252;chtigen selbst zu verbessern.
Frage m&#246;chte ich an die S&#252;chtigen selbst stellen:
“Wer von euch hat dank einer Methadon oder Heroinabgabe den Ausstieg [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="2">Dieser Beitrag wurde in einem Blog zum Thema gefunden:</p>
<p>.</font><cite><font size="2">anonymus</font></cite><br />
<small class="commentmetadata"><a href="#comment-230"><font color="#0066cc">Am 11. Oktober 2006 um 12:57 Uhr</font></a> </small>Ich bin seit mehr als 16 Jahren von harten Drogen abh&#228;ngig und habe daher grosses Interesse die Situation der S&#252;chtigen selbst zu verbessern.</p>
<p>Frage m&#246;chte ich an die S&#252;chtigen selbst stellen:<br />
“Wer von euch hat dank einer Methadon oder Heroinabgabe den Ausstieg aus den Drogen geschafft”?<br />
Keiner!!!!<br />
So lange ihr t&#228;glich eine Ersatzdroge zu euch nehmt, die noch schlimmere Nebenwirkungen als die Drogen selbst hat, w&#252;rde ich nicht von einer Hilfe sprechen.</p>
<p>Die S&#252;chtigen, die in einem Methadon oder Heroinprogramm sind, haben ihre Sucht nicht bek&#228;mpft, es ist eine reine Verlagerung der Sucht. Bei einem Alkoholiker der Schnaps trinkt, w&#252;rde man nicht von einer Hilfe sprechen, wenn dieser Alkoholiker als Therapie, Wein oder Bier vom Staat bekommt.</p>
<p>Die Methadon und Heroinabgabe in der heutigen Form ist aus meiner Sicht nur eine grosse L&#252;ge!</p>
<p><a id="more-41"></a></p>
<p>Laut Statistiken in der Schweiz, ist jeder der in der Heroinabgabe ist kein S&#252;chtiger mehr, so wie alle die von Drogen auf Alkohol oder Medikamente ausweichen, statistisch gesehen nicht mehr abh&#228;ngig sind. Es ist geht &#252;berhaupt nicht um das Wohl der S&#252;chtigen selbst. Aus meiner Sicht, geht es der Regierung in erster Linie darum, die S&#252;chtigen von der Strasse zu holen. Wenn die S&#252;chtigen von der Strasse verschwinden, wird die Gesellschaft zufrieden sein und nat&#252;rlich auch glauben, dass den S&#252;chtigen geholfen werde.</p>
<p>Nat&#252;rlich kann eine Abgabe von Methadon „vor&#252;bergehend eine L&#246;sung sein“, es sollte aber keine Abgabe auf Lebzeit sein, so wird niemandem geholfen!</p>
<p>Mindestanforderungen werden nicht eingehalten!</p>
<p>Ich der Meinung, dass die Abgabe von Methadon und Heroin viel strenger kontrolliert werden m&#252;sste. Ich pers&#246;nlich kenne junge Menschen, die nach ein paar Monaten Konsum von harten Drogen und einem einzigen gescheiterten Entzug, bereits in der Heroinabgabe aufgenommen wurden. Das darf nicht sein !!!!<br />
Ich war zu der Zeit als die Heroinabgabe in der Schweiz als Pilotprojekt eingef&#252;hrt wurde, in einer station&#228;ren Langzeittherapie f&#252;r Drogenabh&#228;ngige. Jeder kann sich sicher vorstellen, dass ich mich in diesem Moment gefragt hatte, wieso ich mir diese Strapazen einer Drogentherapie antue, ich k&#246;nnte ja auch Heroin vom Staat beziehen und die Therapie einfach abbrechen. Ich hatte gen&#252;gend Kraft der Versuchung zu widerstehen, aber fast die H&#228;lfte unserer Therapiestation hat nach der Einf&#252;hrung der Heroinabgabe die Therapie abgebrochen.<br />
Die meisten davon sind heute in einer kontrollierten Heroinabgabe, konsumieren trotzdem fast t&#228;glich noch harte Drogen. Die Heroinabgabe wird von vielen S&#252;chtigen nur als notwendige Sicherheitsmassnahme angesehen, wenn Sie keinen anderen Stoff besorgen k&#246;nne, nicht auf Entzug zu sein. Die meisten der Klienten der Heroinabgabe, konsumieren mehr Kokain als vor der Zeit als sie noch nicht i der Heroinabgabe waren. Heute haben die S&#252;chtigen die M&#246;glichkeit, das ganze Geld in Kokain zu investieren, Heroin besorgt der Staat und jeder weiss, dass die Schweizer zuverl&#228;ssig sind. Die S&#252;chtigen k&#246;nnen sich i Ruhe alleine um den Konsum von Kokain k&#252;mmern, der t&#228;gliche Bedarf an Heroin wird t&#228;glich auf dem Silbertablett geliefert.</p>
<p>Aufnahmekriterien</p>
<p>S&#252;chtige selbst, die mehr als 5 Jahre abh&#228;ngig sind, mehr als 3 Klinikenz&#252;ge und mindestens einen Therapie von mindestens 6 Monaten hinter sich haben, w&#252;rde ich pers&#246;nlich in die Abgabe von Methadon oder Heroin aufnehmen. Ohne die Versuche von den Drogen weg zu kommen, sp&#252;ren die S&#252;chtigen nicht wie es ist einen k&#246;rperlichen und psychischen Entzug durchzustehen. Und Sie k&#246;nnen mir alle glauben, den ersten richtigen Entzug wird kein S&#252;chtiger mehr vergessen!<br />
F&#252;r die Schweizer Politiker, aber auch f&#252;r das Volk ist es viel einfacher, sich nicht mit den S&#252;chtigen und ihren Problemen auseinander zu setzten. Viel einfacher ist es doch die S&#252;chtigen mit Ersatzdrogen ruhig zu stellen.</p>
<p>Ich pers&#246;nlich bin der Meinung, dass nur schwersts&#252;chtige, bei denen jede andere Therapieformen gescheitert sind, eine Heroin-, oder Methadonprogramm &#252;berhaupt einen Sinn macht.</p>
<p>MAD
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRSS>http://www.abstinenz.org/2007/02/16/anonyme-stellungnahme-eines-betroffenen-zur-heroinverbage/feed/</wfw:commentRSS>
		</item>
		<item>
		<title>Heroinsubstitution in der Regelversorgung? Eine kritische Bewertung der Deutschen Heroinstudie</title>
		<link>http://www.abstinenz.org/2007/02/16/heroinsubstitution-in-der-regelversorgung-eine-kritische-bewertung-der-deutschen-heroinstudie/</link>
		<comments>http://www.abstinenz.org/2007/02/16/heroinsubstitution-in-der-regelversorgung-eine-kritische-bewertung-der-deutschen-heroinstudie/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Feb 2007 18:45:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Heroinvergabe</category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.abstinenz.org/2007/02/18/heroinsubstitution-in-der-regelversorgung-eine-kritische-bewertung-der-deutschen-heroinstudie/</guid>
		<description><![CDATA[Von Petra Th&#252;rmann und Johannes Vesper*
  
Das bundesdeutsche Modellprojekt zur heroingest&#252;tzten Behandlung Opiatabh&#228;ngiger – eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte Therapiestudie – wurde zwischen 2002 und 2005 geplant und in Karlsruhe Hannover, K&#246;ln, Bonn, Frankfurt, M&#252;nchen, Hamburg durchgef&#252;hrt. Leiter des Projektes waren Professor Dr. Naber, Hamburg und PD Dr. Haasen (Zentrum f&#252;r interdisziplin&#228;re Suchtforschung, Universit&#228;ts-Klinikum Hamburg-Eppendorf).
Die randomisierte und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Petra Th&#252;rmann und Johannes Vesper*<br />
  <br />
Das bundesdeutsche Modellprojekt zur heroingest&#252;tzten Behandlung Opiatabh&#228;ngiger – eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte Therapiestudie – wurde zwischen 2002 und 2005 geplant und in Karlsruhe Hannover, K&#246;ln, Bonn, Frankfurt, M&#252;nchen, Hamburg durchgef&#252;hrt. Leiter des Projektes waren Professor Dr. Naber, Hamburg und PD Dr. Haasen (Zentrum f&#252;r interdisziplin&#228;re Suchtforschung, Universit&#228;ts-Klinikum Hamburg-Eppendorf).</p>
<p>Die randomisierte und kontrollierte Therapiestudie wurde nach den Regeln von Good Clinical Practice (GCP) entsprechend den &#252;blichen Kriterien einer Wirksamkeitspr&#252;fung f&#252;r ein neues Medikament durchgef&#252;hrt, um auch in Deutschland die beh&#246;rdliche Zulassung von i.v. Heroin zur Behandlung von Opiatabh&#228;ngigen erreichen zu k&#246;nnen. Sie wurde bisher nicht in einem wissenschaftlichen Journal unter peer-review Bedingungen publiziert.</p>
<p><a id="more-40"></a></p>
<p>Anlage der Studie</p>
<p>Die Hypothese f&#252;r diese Studie lautete: F&#252;r bestimmte Gruppen Heroinabh&#228;ngiger ist die Heroinbehandlung der Methadonsubstitution &#252;berlegen im Hinblick auf die Verbesserung der Gesundheit, im Hinblick auf den Konsum illegaler Drogen mit seinen Begleitproblemen und auch im Hinblick auf die Verbesserung der sozialen Situation.</p>
<p>Das Patientenkollektiv wurde ausgew&#228;hlt zum einen aus Personen, die sich in der Methadon-Substitution befanden (Stratum MS) und zum anderen aus solchen Personen, die bisher durch kein Substitutionsprogramm erreicht wurden (Stratum NE). Aus diesen beiden Gruppen wurden die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip entweder der Methadon-Substitution zugeteilt oder einer i.v.-Gabe von Heroin plus Methadon bei Bedarf. In beiden Behandlungsgruppen erhielten die Teilnehmer zus&#228;tzlich eine psychosoziale Betreuung (Psychoedukation/Drogenberatung vs. Case management/Motivational Interviewing), so dass insgesamt acht Untergruppen entstanden.</p>
<p>Die wichtigsten Ein- und Ausschlusskriterien waren ein Mindestalter von 23 Jahren, eine mindestens seit 5 Jahren bestehende Heroinsucht (Hauptdiagnose Opiatabh&#228;ngigkeit nach ICD-10) mit t&#228;glichem, regelm&#228;&#223;igem Heroinkonsum trotz Methadon, dar&#252;ber hinaus fester Wohnsitz, keine andere Suchttherapie und keine schwerwiegenden Erkrankungen.</p>
<p>Prim&#228;re Zielkriterien der Studie waren die Gesundheitsskala des Opiate Treatment Index (OTI), der Global Severity Index (psychische Gesundheit nach Selbsteinsch&#228;tzung des Teilnehmers), Stra&#223;en-Heroinkonsum (bestimmt anhand von Urinkontrollen) sowie Kokainkonsum (Haaranalysen). Eine Verbesserung bzw. eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes wurde angenommen bei einer &#196;nderung des Punktwertes auf diesen Skalen um mindestens 20 Prozent. Dabei ist das vergleichsweise gro&#223;z&#252;gige Erfolgskriterium im Hinblick auf den Beigebrauch diskussionsw&#252;rdig (zwei und weniger heroinpositive Drogenurinscreenings aus insgesamt 5 Drogenurinscreenings im letzten Behandlungsmonat der zw&#246;lfmonatigen Untersuchung).</p>
<p>Ergebnisse der ersten Phase</p>
<p>Die Ergebnisse der ersten Studienphase von einem Jahr liegen vor. Es wurden insgesamt 2.083 Heroinabh&#228;ngige rekrutiert, wovon nach der Eingangsuntersuchung die beachtliche Anzahl von 492 (Stratum MS) bzw. 540 Personen (Stratum NE) randomisiert wurde, so dass die acht Behandlungsgruppen aus 116 bis maximal 131 Heroinabh&#228;ngigen bestanden.</p>
<p>Die mittlere Herointagesdosis betrug 442 mg, dazu wurden den Heroinpatienten durchschnittlich 39 mg Methadon verabreicht. Letzteres bedeutet: wenn Methadon abgegeben wurde, dann waren dies durchschnittlich 39 mg/Tag. Aus der Heroingruppe erhielten 82,7 Prozent mindestens einmal Heroin. Bezieht man die Methadondosis auf alle Heroinabgabetage, so liegt der Mittelwert nur noch bei 7,7, mg/d.. Die Methadonsubstituierten erhielten durchschnittlich 99 mg Methadon pro Tag.</p>
<p>Nach einem Jahr betrug die Haltequote der Heroin-Behandelten 67 Prozent, die der Methadon-Substituierten nur noch 39 Prozent. was vor allem dadurch bedingt war, dass rund ein Drittel der in der Methadon-Kontrollgruppe randomisierten Patienten die Behandlung gar nicht angetreten haben, da Methadon ohne Studienbedingungen deutlich einfacher zu erhalten ist.</p>
<p>Hauptzielparameter Gesundheit</p>
<p>In Bezug auf den Hauptzielparameter Gesundheit war Heroin der Methadonsubstitution in der „intention-to-treat-Gruppe“ &#252;berlegen, die Responserate (d.h. mindestens 20 Prozent Verbesserung) lag bei 80 Prozent in der Heroin-Gruppe und 74 Prozent in der Methadon-Gruppe (p=0,023).</p>
<p>In absoluten Zahlen hat sich also bei 32 der 540 mit Heroin behandelten Drogenabh&#228;ngigen eine Verbesserung der k&#246;rperlichen Gesundheit oder der psychischen Gesundheit um mindestens 20 Prozent gezeigt.</p>
<p>Betrachtet man die OTI-Gesundheitsskala, so haben sich Heroinbehandelte von 18,7 auf 8,2 Punkte verbessert, w&#228;hrend sich Methadon-Substituierte von 19,1 auf 10,6 Punkte verbessert haben (p < 0,001). Einen noch geringeren, aber immer noch statistisch signifikanten Unterschied der Absolutwerte findet man bei dem Global Severity Index (p = 0,001).</p>
<p>Der illegale Konsum von Strassenheroin fiel in der Heroingruppe von 22,6 auf 2,5 Tage/Monat ab, aber in der Methadon-Substitution von 22,3 auf 7,5 Tage. Der Unterschied ist statistisch signifikant. In den Haaranalysen finden sich – im Gegensatz zu den Eigenangaben zum Konsum – keine signifikanten Unterschiede zwischen Herointherapie und Methadonsubstitution.</p>
<p>Interessanterweise zeigen sich deutliche Zentrumseffekte, die hier nur kurz genannt werden sollen: In Hannover, K&#246;ln und M&#252;nchen war die Methadonsubstitution der Heroingabe in Bezug auf die Gesundheit &#252;berlegen, die Responserate im Hinblick auf Reduktion des illegalen Drogenkonsums ist in K&#246;ln und Hannover f&#252;r beide Therapiegruppen schlechter als in den anderen Zentren.</p>
<p>Heroinbehandelte werden ferner signifikant seltener in illegale Gesch&#228;fte verwickelt (p < 0,001) und die Anzahl strafrechtlicher Verurteilungen ist signifikant niedriger als in der Methadon-Gruppe (p < 0,001).</p>
<p>Unter der Heroinbehandlung (i.v. Applikation) treten Atemdepressionen und zerebrale Krampfanf&#228;lle etwas h&#228;ufiger auf als unter der Methadonbehandlung. Es gab aber keinen Todesfall unter Studienmedikation.</p>
<p>Kosten-Nutzen-Analysen ergaben 18.060 Euro pro Patient und Jahr f&#252;r den mit Heroin behandelten Patienten im Vergleich zu 6.147 Euro f&#252;r den mit Methadon behandelten. Dagegen stehen die Kosten der Beschaffungskriminalit&#228;t, die mit 12.164 Euro unter Heroin und 19.318 Euro f&#252;r Methadonsubstituierte gesch&#228;tzt wurden. Endg&#252;ltige und exakte Kosten-Nutzen-Analysen m&#252;ssen abgewartet werden.</p>
<p>Das Studienergebnis erwies sich als unabh&#228;ngig von der psychosozialen Betreuung.</p>
<p>Heterogenit&#228;t der Studien</p>
<p>Vergleicht man diese Werte mit den Daten der niederl&#228;ndischen Studien, so liegen sowohl die Methadondosen in den beiden Heroin-behandelten Gruppen (es wurde Heroin sowohl inhalativ als auch intraven&#246;s appliziert) mit 57mg/d und 60 mg/d als auch die Heroindosis per se mit 547mg/d und 549 mg/d in Deutschland deutlich niedriger.</p>
<p>Hinzu kommt, dass in den niederl&#228;ndischen Studien die Methadondosis in der alleinigen Substitutionsgruppe mit 67 mg/d zu niedrig war. Die Ergebnisse in den Niederlanden beruhen letztendlich auf Selbstberichten der Abh&#228;ngigen.</p>
<p>Au&#223;erdem ist der Multi-Dom&#228;nen-Index mit den deutschen Gesundheitsdaten nicht zu vergleichen (van den Brink et al 2003). Auch in fr&#252;heren Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass kontrollierte Heroingabe zu einer Abnahme der Delinquenz f&#252;hrt, was letztendlich nicht verwunderlich ist, da die Notwendigkeit zur Beschaffungskriminalit&#228;t entf&#228;llt (Ferri et al 2006).</p>
<p>Eine aktuelle Cochrane-Analyse zur Anwendung von Heroin bei Heroinabh&#228;ngigen kommt jedenfalls zu dem Schluss, dass aufgrund der Heterogenit&#228;t der Studien, der unterschiedlichen Methadonsubstitutionspraktiken, der unterschiedlichsten Beurteilungskriterien und der zum Teil widerspr&#252;chlichen Ergebnisse nicht entschieden werden kann, ob die Heroingabe anderen Substitutionsmodalit&#228;ten &#252;berlegen ist (Ferri et al 2006).</p>
<p>Eine dar&#252;ber hinausgehende Auswertung aller Cochrane-Reviews und Studien belegt, dass derzeit die Methadonsubstitution allen anderen Behandlungen &#252;berlegen ist, vorausgesetzt, man wendet ad&#228;quate Dosierungen an (Amato et al 2005).</p>
<p>Kommentar</p>
<p>Im bundesdeutschen Modellprojekt gelang es, vorher nicht erreichte Heroinabh&#228;ngige in eine Therapiestudie zu involvieren, was als eine enorme Leistung aller Beteiligten zu betrachten ist. Der dokumentierte Nutzen einer Heroinbehandlung ist zwar statistisch signifikant, aber gering und geht mit einem erh&#246;hten Sicherheitsrisiko einher.</p>
<p>Ob es mit einer Heroinvergabe selbst unter einem strengen Studienprotokoll letztendlich gelingt, eine bessere soziale Integration, mehr Erwerbsf&#228;higkeit, &#220;bergang in Methadonsubstitution und letztendlich eine dauerhafte Beendigung des Heroinkonsums zu erzielen, bleibt zun&#228;chst v&#246;llig unklar.</p>
<p>Es stellt sich geradezu die Frage, ob die M&#246;glichkeit der Heroingabe nicht dazu f&#252;hrt, dass mehr Abh&#228;ngige die Herointherapie als Dauerl&#246;sung favorisieren mit den entsprechenden gesundheitlichen und &#246;konomischen Konsequenzen. Zur Langzeitsicherheit der Heroingabe liefert die deutsche Heroinstudie keine Daten. Wichtig w&#228;re die Analyse, warum in einzelnen Zentren die Methadonsubstitution gegen&#252;ber der Heroinvergabe erfolgreicher war als in anderen.</p>
<p>Die Autoren der Studie erhofften sich eine Diskussion dar&#252;ber, ob und wann unter welchen Bedingungen die heroingest&#252;tzte Behandlung in das Regelangebot f&#252;r Schwerstabh&#228;ngige integriert werden kann. Die strenge Indikation zur Behandlung unter Studienbedingungen m&#252;sste in der Regelversorgung erhalten bleiben.</p>
<p>Die Heroinvergabe an Schwerstabh&#228;ngige geh&#246;rt nicht zu den Eckpunkten der Koalitionsvereinbarungen und ist auch nicht Gegenstand der aktuellen Gesetzgebung. Das Projekt endete grunds&#228;tzlich am 31.12.2006 und kann unter Ausnahmebedingungen bis 30.6.2007 weitergef&#252;hrt werden. Dann m&#252;ssen die Patienten wieder auf Methadon umgestellt werden. In der Schweiz und in den Niederlanden wird die Heroinvergabe an Schwerstabh&#228;ngige auf der Grundlage der deutschen Studie wohl in die Regelversorgung &#252;bernommen. Hier d&#252;rfen Langzeitergebnisse dieser Behandlungsform erwartet werden.</p>
<p>Wie sollte in Deutschland eine fl&#228;chendeckende Versorgung bewerkstelligt werden? Ist ein Drogentourismus zu bef&#252;rchten? Unabh&#228;ngig von Sinn und Nutzen der Heroinsubstitution muss bei politisch gewollter Budgetierung der Gesundheitsausgaben die Finanzierung dieser aufwendigen Therapie genau bedacht werden.</p>
<p>Vorrangiges Ziel sollten stets abstinenzorientierte oder Methadonsubstitutions-Behandlungskonzepte sein. Bei alledem wird daran erinnert, dass andere Suchterkrankungen ein weit gr&#246;&#223;eres Problem darstellen als die Heroinabh&#228;ngigkeit. Laut Drogenbericht der Bundesregierung gibt es in Deutschland rund 16 Millionen Raucher und 1.6 Millionen Alkoholabh&#228;ngige, die ihrerseits erhebliche Behandlungskosten erfordern.<br />
Literatur</p>
<p>Ferri M, Davoli M, Perucci CA: Heroin maintenance for chronic heroin dependents. The Cochrane Database of Systematic reviews, Vol 2; 2006</p>
<p>Van den Brink W, Hendriks VM, Blanken P, Koeter MWJ, van Zwieten BJ, van Ree JM: Medical prescription of heroin to treatment resistant heroin addicts: two randomised controlled trials. BMJ 2003; 327:310-316</p>
<p>Amato L, Davoli M, Perucci CA, Ferri M, Faggiano F, Mattick RP: An overview of systematic reviews of the effectiveness of opiate maintenance therapies: available evidence to inform clinical practice and research. J Subs Abuse Treat 2005; 28:321-329<br />
* Professor Dr. med. Petra A. Th&#252;rmann, Fach&#228;rztin f&#252;r Klinische Pharmakologie und Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin des HELIOS Research Center, ist Ordentliches Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen &#196;rzteschaft und Mitglied der Ethikkommission der &#196;rztekammer Nordrhein; Dr. med. Johannes Vesper, niedergelassener Internist in Wuppertal, ist Vorsitzender des Ausschusses „Suchtgefahren und Drogenabh&#228;ngigkeit“ der &#196;rztekammer Nordrhein.<br />
 
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRSS>http://www.abstinenz.org/2007/02/16/heroinsubstitution-in-der-regelversorgung-eine-kritische-bewertung-der-deutschen-heroinstudie/feed/</wfw:commentRSS>
		</item>
		<item>
		<title>Heroingest&#252;tzte Behandlung Opiatabh&#228;ngiger - Stellungnahme aus 2002 - auch heute noch aktuell</title>
		<link>http://www.abstinenz.org/2007/02/10/heroingestuetzte-behandlung-opiatabhaengiger-stellungnahme-aus-2002-auch-heute-noch-aktuell/</link>
		<comments>http://www.abstinenz.org/2007/02/10/heroingestuetzte-behandlung-opiatabhaengiger-stellungnahme-aus-2002-auch-heute-noch-aktuell/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Feb 2007 18:38:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
	<category>Allgemein</category>
	<category>Heroinvergabe</category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.abstinenz.org/2007/02/10/heroingestuetzte-behandlung-opiatabhaengiger-stellungnahme-aus-2002-auch-heute-noch-aktuell/</guid>
		<description><![CDATA[Heroingest&#252;tzte Behandlung Opiatabh&#228;ngiger
- eine Stellungnahme des Neuen Landes -
Wir lehnen als Mitarbeiter des Neuen Landes das Projekt aus unserer abstinenzorientierten Grund&#252;berzeugung und der damit verbundenen fachlichen Ausrichtung unserer Arbeit grunds&#228;tzlich ab.
Gleichwohl wertsch&#228;tzen wir andererseits die Bem&#252;hungen der Mitarbeiter des Projektes insofern, dass wir die damit verfolgten Ziele wie gesundheitliche und psychische Stabilisierung, Zuf&#252;hrung in weiterf&#252;hrende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heroingest&#252;tzte Behandlung Opiatabh&#228;ngiger<br />
- eine Stellungnahme des Neuen Landes -</p>
<p>Wir lehnen als Mitarbeiter des Neuen Landes das Projekt aus unserer abstinenzorientierten Grund&#252;berzeugung und der damit verbundenen fachlichen Ausrichtung unserer Arbeit grunds&#228;tzlich ab.<br />
Gleichwohl wertsch&#228;tzen wir andererseits die Bem&#252;hungen der Mitarbeiter des Projektes insofern, dass wir die damit verfolgten Ziele wie gesundheitliche und psychische Stabilisierung, Zuf&#252;hrung in weiterf&#252;hrende Hilfen, etc. bef&#252;rworten und ebenfalls verfolgen.</p>
<p>Anfrage zur Zielgruppe<br />
Die Zielgruppe der Studie sollen Klienten sein, die vom Hilfssystem bisher nicht oder nicht ausreichend erreicht werden.<br />
Dazu ist anzumerken dass zun&#228;chst einmal allein aus Kapazit&#228;tsgr&#252;nden der Drogenhilfe dieser Stadt viele der gesch&#228;tzten 5000 massiv Drogenabh&#228;ngigen nicht bzw. nicht ausreichend erreicht werden.</p>
<p><a id="more-39"></a></p>
<p>Unserer Erfahrung nach gibt es keine klar definierbare Zielgruppe, die bislang nicht vom Hilfesystem erreicht wird. Es gibt keine gemeinsamen Merkmale der Menschen, die das Hilfessystem bislang nicht in Anspruch nehmen.<br />
T&#228;glich kommen Drogenabh&#228;ngige in unsere Beratungsstelle, die alle Kriterien zur Aufnahme ins Projekt erf&#252;llen.<br />
D.h. die Frage, ob jemand vom derzeitig vorhandenen Hilfesystem erreicht wird oder nicht, ist von &#228;u&#223;erlich messbaren Kriterien (Therapieabbr&#252;che, erfolglose Methadonbehandlung, Dauer der Abh&#228;ngigkeit) bzgl. der Schwere der Suchtmittelabh&#228;ngigkeit v&#246;llig unabh&#228;ngig.</p>
<p>Die Studie richtet sich aufgrund der Aufnahmekriterien aus unserer Sicht nicht an eine bestimmte klar erkennbare Zielgruppe, sondern stellt ein wenn auch kleines Angebot f&#252;r einen doch gro&#223;en Teil der Drogenszene dar.<br />
Diese Tatsache wird bei der Darstellung in der &#214;ffentlichkeit verschwiegen.</p>
<p>Anfragen an den wissenschaftlichen Anspruch</p>
<p>Wir unterstellen, dass ein schwer Heroinabh&#228;ngiger kein wirkliches Interesse an der aktiven Teilnahme an einer wissenschaftlichen Studie hat, sondern ausschlie&#223;lich Interesse am angebotenen Suchtmittel.<br />
Derjenige, der zuf&#228;llig in die Methadonkontrollgruppe kommt, wird noch weniger Interesse daran haben, sondern eher frustriert sein und vermutlich noch weniger zu einer aktiven Mitarbeit bereit sein.<br />
Die Motivation zur Teilnahme an der Studie ist der Erhalt des Suchtmittels. Diese Tatsache ergibt sich automatisch aus der Zielgruppe.</p>
<p>Die Kontrollgruppe, d.h. die Gruppe der Abh&#228;ngigen, die zuf&#228;llig Methadon erhalten, ist im streng wissenschaftlichen Sinne keine echte Kontrollgruppe, weil die Teilnehmer, die nur Methadon bekommen wissen, dass sie die Kontrollgruppe darstellen.<br />
Dies ist in wissenschaftlichen Untersuchungen unserers Wissens nach nicht &#252;blich. Wir lassen mich aber hier gerne korrigieren.</p>
<p>Die Kontrollgruppe besteht strengenommen aus unfreiwilligen Methadonpatienten, die eigentlich Heroinpatienten sein wollen.<br />
Ein unfreiwilliger Methadonpatient verh&#228;lt sich anders, als ein freiwilliger.</p>
<p>Kurzum: Die massive Suchtmittelabh&#228;ngigkeit der Probanden ist unserer Auffassung nach ein gro&#223;er St&#246;rfaktor f&#252;r den wissenschaftlichen Anspruch der Studie.</p>
<p>Wir bef&#252;rchten, dass das tats&#228;chlich wissenschaftlich-pharmazeutische Interesse im Rahmen der Studie eher eine untergeordnete Rolle spielt und vielmehr als Vehikel daf&#252;r dient, die kontrollierte Heroinvergabe mit Hilfe von sicherlich statistisch belegbaren Erfolgen im Bezug auf die gesundheitliche Stabilisierung und die Reduzierung der kriminellen Aktivit&#228;ten dauerhaft zu etablieren.</p>
<p>Anfragen an die Zielsetzung :</p>
<p>formuliert werden Ziele wie:<br />
- Losl&#246;sung aus dem Drogenkontext<br />
- Erh&#246;hung der Erreichbarkeit und Haltekraft f&#252;r die Therapie<br />
- soziale Stabilisierung im Sinne der Aufnahme neuer drogenfreier Kontakte<br />
-  verbesserte Arbeitsf&#228;higkeit<br />
- die Aufnahme weiterf&#252;hrender Therapien</p>
<p>Der Annahme, dass das Mittel der Originalstoffvergabe an sich die betroffenen Personen weiterf&#252;hrenden Zielen n&#228;herbringt, glauben wir aufgrund unserer Erfahrungen mit Methadonsubstituierten und schlichtweg aufgrund der Dynamik der Sucht nicht.<br />
Durch die Heroinvergabe an sich wird kaum eine Losl&#246;sung aus dem Drogenkontext erreicht werden oder zu weiterf&#252;hrenden Therapien motiviert werden.<br />
Die Erfahrung mit Methadonsubstituierten zeigt, dass die Losl&#246;sung aus dem Drogenkontext dadurch selten gelingt.<br />
Auch der m&#246;glichen Erh&#246;hung der Erreichbarkeit und Haltef&#228;higkeit f&#252;r eine Therapie mittels Heroinvergabe stehen wir skeptisch gegen&#252;ber. Die Haltef&#228;higkeit wird in erster Linie durch die Tatsache der k&#246;rperlichen Abh&#228;ngigkeit gew&#228;hrleistet.</p>
<p>Heroinabh&#228;ngigkeit macht es unm&#246;glich, ein selbstbestimmtes Lebens in gesunden sozialen Beziehungen zu f&#252;hren.<br />
Heroinabh&#228;ngigkeit ist Ausdruck einer zutiefst gest&#246;rten Beziehung des Abh&#228;ngigen zu sich selbst. In der Folge sind seine Beziehungen zur Umwelt und zu anderen Menschen ebenfalls massiv gest&#246;rt.<br />
Soziale Stabilisierung im Sinne der Aufnahme neuer und vor allem drogenfreier Kontakte, verbesserte Arbeitsf&#228;higkeit und Steigerung der Ausstiegsmotivation entscheidet sich nicht an der Alternative Substitut oder Originalstoff. Positiven Einfluss auf die Motivation zur Ver&#228;nderung hat prim&#228;r eine konstruktive psychosoziale Begleitung.</p>
<p>Bzgl. Drogenfreie Kontakte Wo ist ein gesellschaftliches Integrationspotential f&#252;r ein Heroinabh&#228;ngigen in Sicht?</p>
<p>Wir sehen einen Widerspruch in der Beschreibung der Zielgruppe einerseits und der hohen anvisierten Integrationsziele andererseits.<br />
Das Ziel der L&#246;sung von der Drogenszene kann nur durch eine neue Verankerung erreicht werden. Wie und wo kann ein Schwerstabh&#228;ngiger, der vor sich selbst auf der Flucht ist, eine neue tragf&#228;hige soziale Verankerung entwickeln, w&#228;hrend er weiterhin abh&#228;ngig bleibt?<br />
Die Aufnahme von Arbeit, das Beziehen einer eigenen Wohnung sind sicherlich erstrebenswerte und auch realisierbare Ziele die aber dauerhaft keinen Bestand haben, bzw. keine positive Ver&#228;nderung in sich bewirken k&#246;nnen, wenn die Sucht als Grundproblematik nicht behoben wird.<br />
Viele Menschen haben wir vor Augen, die in die Beratungsstelle kommen und sagen: ich habe mir alles wieder aufgebaut, hatte Wohnung, Arbeit, Freundin, aber es ist alles wieder zerbrochen. Warum: Weil versucht wurde, dass Lebenshaus ohne Fundament zu bauen.<br />
Ein tragf&#228;higes Fundament bauen hie&#223;e, zun&#228;chst Frieden mit sich selbst zu schliessen, die Flucht in die Sucht zu beenden.</p>
<p>Anfrage an das Ziel der &#220;berwindung der Abh&#228;ngigkeit</p>
<p>Dieses Ziel bleibt in der Konzeption zumindest formal bestehen.<br />
Hier stellt sich f&#252;r uns folgende Frage: Wie kann ich in der Begleitung einem Klienten die eine Hand als Hilfe zur v&#246;lligen Abstinenz reichen wollen, wenn ich ihm mit der anderen Hand gleichzeitig das gew&#252;nschte Suchtmittel  gebe und damit seine Gefangenschaft in der Sucht  stabilisiere?<br />
Die Botschaft, die dadurch vermittelt wird, ist eindeutig zweideutig.<br />
Die Ausstiegsmotivation eines Drogenabh&#228;ngigen ist keine feste innere Gr&#246;sse, vorhanden oder nicht vorhanden, sondern stets schwankend, mehr oder weniger stark in die eine oder andere Richtung tendierend.<br />
Ausstiegsmotivation entsteht unserer &#220;berzeugung nach ganz entscheidend dadurch, dass dem Drogenabh&#228;ngigen<br />
1. der Ausstieg erreichbar vor Augen gef&#252;hrt wird<br />
2. er / sie sein Leben unertr&#228;glich findet<br />
3. er / sie durch Menschen begleitet wird, die eine eindeutige und Hoffnung machende Botschaft vermittelt. “Du kannst es schaffen.” Ich habe Hoffnung f&#252;r dich. </p>
<p>Diese notwendige hoffnungmachende Botschaft ist f&#252;r Klienten der Studie aber gerade nicht mehr klar vernehmbar.</p>
<p>Das vorhandene resignative Moment des Ansatzes der Originalstoffvergabe kann unserer Meinung nach die ohnehin massiv vorhandene Resignation und Hoffnungslosigkeit bei dem Klientel eher noch verst&#228;rken, als dass es Antrieb zu einer Ausstiegsorientierung gibt.</p>
<p>Wenn die Studie trotz der beschriebenen Problematik bez&#252;glich Ausstiegsorientierung und Integration positive Resultate zeigt, dann aufgrund einer qualitativ hochwertigen psychosozialen Begleitung.</p>
<p>Wir bef&#252;rchten, dass die angestrebte qualitativ hochwertige und damit personal- und kostenintensive  psychosoziale Begleitung, die ausschlaggebend f&#252;r feststellbare positive psychosoziale Ver&#228;nderungen bei den Probanden der Studie sein wird, bei Etablierung der Heroinvergabe als Baustein der Drogenhilfe nicht l&#228;ngerfristig finanzierbar sein wird und die Kriterien dann &#228;hnlich wie bei der Instalierung der Methadonprogramme aufgeweicht werden.<br />
Der Gro&#223;teil der Methadonsubstituierten befindet sich, das ist hinreichend bekannt nicht in einer regelm&#228;&#223;igen psychosozialen Begleitung.</p>
<p>Anfrage an die Effizienz des Projektes</p>
<p>Eine sehr kritische Haltung haben wir deshalb gegen&#252;ber der Effizienz des Projektes.<br />
Ohne Zweifel wird durch die Originalstoffvergabe der gesundheitliche Zustand verbessert und ein R&#252;ckgang des illegalen Drogenkonsums und der damit verbundenen Delinquenz erreicht.<br />
Bez&#252;glich dieser Hypothesen im Studiensetting bed&#252;rfte es keiner wissenschaftlich derart aufwendigen Untersuchung. Im &#252;brigen sind diese Ergebnisse in anderen L&#228;ndern bereits zu Tage getreten.<br />
Die enormen Kosten stehen unserer &#220;berzeugung nach  in keiner verantwortbaren Relation zum erwartbaren Erfolg und den Ergebnissen der Studie</p>
<p>M&#246;gliche Auswirkungen f&#252;r die Drogenhilfe bei Etablierung und Ausweitung der kontrollierten Heroinvergabe</p>
<p>Durch die legale Abgabe von Heroin besteht die Gefahr, dass die Drogenhilfe an die Gesellschaft folgende Botschaft vermittelt:<br />
Wir, die Drogenhilfe akzeptieren Menschen in ihrer Entscheidung heroinabh&#228;ngig bleiben zu wollen und unterst&#252;tzen sie mit dem, was sie f&#252;r ein menschenw&#252;rdiges Leben mit dieser Entscheidung ben&#246;tigen d.h. das Suchtmittel und die menschliche Begleitung.</p>
<p>In dem Ma&#223;e, wie ein solches Deutungsmuster von Heroinkonsum gesellschaftlich akzeptiert wird, sinkt konsequenterweise die Bereitschaft Drogenhilfe &#252;berhaupt finanzieren zu wollen.<br />
Warum?<br />
Das Verst&#228;ndnis von Sucht als maximal zerst&#246;rerischer Krankheit begr&#252;ndet den Hilfsanspruch des Drogenkranken.<br />
Warum sollte aber die Gesellschaft die erheblichen Kosten f&#252;r die Behandlung von Drogenabh&#228;ngigen bezahlen, wenn Drogenabh&#228;ngigkeit nicht l&#228;nger eine Krankheit, sondern ein wenn auch exotischer Ausdruck von individueller Selbstbestimmung ist.</p>
<p>Wo die kontrollierte Heroinvergabe als erster Schritt in Richtung noch weitreichender Legalisierungsbem&#252;hungen verstanden wird, bzw. damit in Zusammenhang gebracht wird, erweist sie unserer Meinung nach der Drogenhilfe einen B&#228;rendienst.</p>
<p>Wir wollen aber nicht in erster Linie gegen das Projekt der kontrollierten Heroinvergabe sein, sondern vielmehr unseren ausstiegsorientierten Ansatz verst&#228;rkt in der Diskussion verdeutlichen.</p>
<p>Menschlich und auch fachlich ist es nachvollziebar, dass sich auch im professionellen Umgang mit dem Klientel der langj&#228;hrig Drogenabh&#228;ngigen was das Ziel der v&#246;lligen Abstinenz angeht, auf Dauer Resignation und Hoffnungslosigkeit einstellen kann.<br />
Die Mitarbeiter des Neuen Landes als bewu&#223;t christlich ausgerichtete Einrichtung der Drogenhilfe sch&#246;pfen ihre Hoffnung f&#252;r eine umfassende Heilung f&#252;r schwerst drogenabh&#228;ngige Menschen &#252;ber das menschlich begr&#252;ndbare und machbare Ma&#223; hinaus aus der Gewissheit ihres Glaubens an einen pers&#246;nlichen, sich um jeden einzelnen Menschen liebevoll bem&#252;henden Gott.</p>
<p>Auch einer aus fachlicher Sicht maximal aussichtslosen Situation des Klienten begegnen wir im pers&#246;nlichen Umgang mit der grunds&#228;tzlich unzerst&#246;rbaren Hoffnung unseres Glaubens.<br />
Unz&#228;hlige Klienten, die die formalen Voraussetzungen f&#252;r die Aufnahme im Projekt der kontrollierten Heroinvergabe erf&#252;llt h&#228;tten und die &#252;ber die Jahre durch unsere Einrichtungen gegangen sind, konnten sich diese Hoffnung St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck zu eigen machen und auf dieser Grundlage und mit der begleitenden therapeutischen Hilfe ihrem Leben eine neue Ausrichtung geben und die v&#246;llige Drogenfreiheit erreichen.<br />
Eberhard Freitag (Dipl. P&#228;dagoge)                                                            Neues Land Juni 2002<br />
Statement gehalten anl&#228;sslich eines Forums des kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsens zum Thema
</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRSS>http://www.abstinenz.org/2007/02/10/heroingestuetzte-behandlung-opiatabhaengiger-stellungnahme-aus-2002-auch-heute-noch-aktuell/feed/</wfw:commentRSS>
		</item>
	</channel>
</rss>
