Nach dem Entzug = vor dem Entzug? Langzeitverlauf bei drogenabhängigen Jugendlichen

21. März 2007

Autoren: Roland Ebner, Christoph Zierer,Wolfgang Schreiber
Institut: Bezirksklinikum Mainkofen

Anliegen: Identifikation von Faktoren, die mit einem chronifizierten Erkrankungsverlauf bei drogenabhängigen Jugendlichen korrelieren.

Methode: Die Gruppen (Wiederaufnahme nach 4 Jahren versus keine Wiederaufnahme) mit je 37 Patienten wurde retrospektiv hinsichtlich soziodemografischer, sucht− und behandlungsspezifischer Merkmale untersucht.

Aus der Literatur ist bekannt, dass bei suchtkranken Jugendlichen höheres Alter, weibliches Geschlecht, Abstinenz nach 6 Monaten, Besuch einer Selbsthilfegruppe, soziale Netzwerkarbeit und Wiederaufnahmen in die Therapie bei Rückfall mit einem positiven Outcome nach fünf Jahren korrelierten. Patienten mit juristischem Zwang zur Therapie hatten gleiche Therapieergebnisse als solche ohne juristischen Zwang.

Unsere Untersuchung weist daraufhin, dass ein chronifizierter Verlauf im Wesentlichen von Parametern des Schweregrads der Suchterkrankung abhängt. Eine Wiederaufnahme nach fünf Jahren ist vermehrt bei männlichen Patienten zu erwarten, die Opiate intravenös konsumieren, in Substitutionsbehandlung waren und bereits mehrere Entgiftungen begonnen hatten.

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