«Diese Ergebnisse rechtfertigen es nicht, eine harte Droge zu legalisieren»

8. Februar 2007

«Diese Ergebnisse rechtfertigen es nicht, eine harte Droge zu legalisieren» ©ddp
2007-02-08 08:37:23 - Die Unions-Fraktion im Bundestag lehnt die staatliche Vergabe von
pharmakologisch erzeugtem Heroin weiter ab, obwohl am Mittwoch
sieben Projektstädte in Frankfurt am Main appellierten, die
Heroinambulanzen zu erhalten.

Berlin (ddp). Die Unions-Fraktion im Bundestag lehnt die staatliche Vergabe von pharmakologisch erzeugtem Heroin weiter ab, obwohl am Mittwoch sieben Projektstädte in Frankfurt am Main appellierten, die Heroinambulanzen zu erhalten. In einem 2002 begonnenen Projekt, an dem auch CDU-geführte Städte wie Hamburg, Karlsruhe und Frankfurt/Main teilnahmen, wurden rund 1000 Schwerstabhängige mit künstlich hergestelltem Heroin oder dem sonst üblichen Ersatzstoff Methadon behandelt. Dabei seien Patienten der Herointherapie gesünder und weniger kriminell gewesen, berichtet die «Berliner Zeitung» (Donnerstagausgabe).
Die Unionsfraktion bleibe dennoch skeptisch. «Diese Ergebnisse rechtfertigen es nicht, eine harte Droge zu legalisieren», sagte der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn. Um Heroin als Arznei zuzulassen, müsste das Betäubungsmittelgesetz geändert werden. Eine Herointherapie sei zudem auch zu teuer. Sie koste den Staat für 1000 Bedürftige knapp zwanzig Millionen Euro im Jahr und damit etwa das Dreifache wie die Methadonbehandlung.
Die drogenpolitische Sprecherin der Unionsfraktion Maria Eichhorn (CSU) sagte, die Beendigung der Heroinbehandlung sei nach wie vor eine richtige Entscheidung. Derweil wollen viele christdemokratische Kommunalpolitiker und auch Oberbürgermeister wie etwa Petra Roth (CDU) in Frankfurt die Heroinambulanzen nicht aufgeben. Einzelne CDU-Politiker werfen der Unionsfraktion eine ideologische Haltung in der Drogenpolitik vor.
(ddp) © ddp

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