Im Brennpunkt: Drogenkonsum in Europa
29. November 2006
Nach einem Bericht der EU-Beobachtungsstelle für Drogen sind die Preise illegaler Drogen erheblich gefallen, obwohl die Zahl der Sicherstellungen in der EU zwischen 1999 und 2004 permanent anstieg.
Dem Bericht zufolge dürften Drogen in Europa derzeit so günstig sein wie noch nie. Die von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht veröffentlichten Ergebnisse beruhen auf einer Fünfjahresanalyse der Straßenpreise von Drogen wie Cannabis, Kokain, Heroin, Amphetamin und Ecstasy. Danach haben sich die Durchschnittspreise der meisten Substanzen in fast allen Ländern mitunter halbiert.
Drei Aspekten wird besondere Bedeutung beigemessen, darunter der Freizeitkonsum von Drogen, die europäische Drogenpolitik sowie der unterschiedliche Drogenkonsum nach Geschlechtern. Anhand zahlreicher Fakten und Zahlen erschafft der Bericht einen Überblick zur Problematik in allen 25 EU-Mitgliedstaaten sowie in Norwegen, Bulgarien, Rumänien und der Türkei.
Laut Bericht stieg die Zahl der Sicherstellungen in Europa nach 1999 permanent an und erreichte 2004 einen Rekordstand. In den Umfragen zeigte sich, dass Besucher von Diskotheken, Clubs oder Tanzveranstaltungen Drogen mit einer zehnmal höheren Wahrscheinlichkeit probiert haben als die Normalbevölkerung. Besonders junge Menschen neigen dazu, Drogen auszuprobieren oder sie häufiger zu konsumieren - beispielsweise beim Urlaub im Ausland. Im Allgemeinen sind Drogenkonsumenten jung, sozial integriert und verfügen über ein Einkommen.
An die Stelle des aus der Mode gekommenen Heroins ist inzwischen Kokain getreten, das einem starken Aufwärtstrend unterliegt. Etwa zehn Millionen Europäer haben die Droge bereits konsumiert, die meisten davon in Spanien und im Vereinigten Königreich.
Die Drogenbeobachtungsstelle der EU hat ihren Sitz in Lissabon und wurde 1993 gegründet, um der eskalierenden Drogenproblematik Einhalt zu gebieten und den Drogenkonsum in Europa zu analysieren.
Den EU-Bericht können Sie hier laden:
Stand der Drogenprobleme in Europa

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