Startseite
9. April 2007
Der “Spiegel” schreibt in seiner Ausgabe vom 7.4.2007:
Die Methadonsubstitution hat zu einem Babyboom bei drogenabhängigen Frauen geführt. Doch die meisten sind mit ihrem Nachwuchs überfordert - viele Kids werden verhaltensauffällig, selber süchtig, landen im Heim oder in einer Pflegefamilie. Der Staat ignoriert das Problem weitgehend.
Als er zum ersten Mal Heroin kaufte, war Matthias gerade neun Jahre alt. Ein schmächtiger Junge mit blonden kurzen Haaren war er damals, und er hatte panische Angst, erwischt zu werden. Er setzte sich trotzdem tapfer in den Zug, fuhr zum Hauptbahnhof, dorthin, wo die Dealer auf Kundschaft warten. Das Geld für die Drogen hielt Matthias fest umklammert in seiner rechten Hand. Er hatte es von seiner Mutter.Die lag zur selben Zeit zitternd und vor Schmerzen schreiend zu Hause auf dem Fußboden - sie “schob eine Affen”, so nennen es Junkies, wenn sie auf Entzug sind. “Mutter hatte mich angefleht, ich sollte ihr einen Schuss besorgen”, erinnert sich Matthias, “und dann hat sie gedroht, wenn ich nicht fahre, bringe sie sich um. So was hält doch kein Kind aus.”
Den Rest dieses Beitrags lesen »
admin |
Allgemein, Alkohol und Drogen, Presse |
21. März 2007
Autoren: Roland Ebner, Christoph Zierer,Wolfgang Schreiber
Institut: Bezirksklinikum Mainkofen
Anliegen: Identifikation von Faktoren, die mit einem chronifizierten Erkrankungsverlauf bei drogenabhängigen Jugendlichen korrelieren.
Methode: Die Gruppen (Wiederaufnahme nach 4 Jahren versus keine Wiederaufnahme) mit je 37 Patienten wurde retrospektiv hinsichtlich soziodemografischer, sucht− und behandlungsspezifischer Merkmale untersucht.
Aus der Literatur ist bekannt, dass bei suchtkranken Jugendlichen höheres Alter, weibliches Geschlecht, Abstinenz nach 6 Monaten, Besuch einer Selbsthilfegruppe, soziale Netzwerkarbeit und Wiederaufnahmen in die Therapie bei Rückfall mit einem positiven Outcome nach fünf Jahren korrelierten. Patienten mit juristischem Zwang zur Therapie hatten gleiche Therapieergebnisse als solche ohne juristischen Zwang.
Unsere Untersuchung weist daraufhin, dass ein chronifizierter Verlauf im Wesentlichen von Parametern des Schweregrads der Suchterkrankung abhängt. Eine Wiederaufnahme nach fünf Jahren ist vermehrt bei männlichen Patienten zu erwarten, die Opiate intravenös konsumieren, in Substitutionsbehandlung waren und bereits mehrere Entgiftungen begonnen hatten.
Hier können Sie die ganze Publikation lesen
admin |
Allgemein, Sucht- und Drogenberichte |
12. März 2007
Der REITOX-Bericht für Deutschland für das Berichtsjahr 2005 folgt den Richtlinien der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) und berücksichtigt die Rückmeldungen des Qualitätsberichts zu den bisherigen Berichten.
Jedes Kapitel des Berichts enthält zu Beginn einen Abschnitt, der die wichtigsten Informationen zum Hintergrund enthält – etwa zur Struktur der Gesundheitsversorgung eines Landes oder zu den vorhandenen Datenquellen bei der Übersicht über den Drogenkonsum in der Bevölkerung. Diese Teile werden bei Bedarf überarbeitet und beschreiben jeweils die aktuelle Situation für das Berichtsjahr.
Die übrigen Abschnitte der einzelnen Kapitel berichten über neue Daten und Ergebnisse zum Berichtsjahr. Ältere Daten werden dort zu Vergleichszwecken herangezogen, wo dies sinnvoll ist. Ansonsten finden sich Verweise auf frühere Publikationen. Es wird im Text jeweils auf die betreffenden Standardtabellen (ST) und Strukturieren Fragebogen (SQ) der EBDD verwiesen, welche die Basisinformationen enthalten. Da diese bisher nur elektronisch verfügbar sind und nicht alle ein druckfähiges Layout besitzen, sind sie nicht im Bericht enthalten. Auf Anfrage werden sie gern elektronisch zur Verfügung gestellt. Sie werden in Kürze auch auf der Website der DBDD zur Verfügung stehen.
Weitere Informationen finden Sie für den nationalen Bericht unter www.dbdd.de, für den europäischen Bericht unter www.emcdda.europa.eu.
Den Bericht können Sie hier downloaden
admin |
Allgemein, Sucht- und Drogenberichte |
12. März 2007
Dies ist der 11. Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, der in diesem Jahr in 23 europäischen Sprachen verfügbar ist. Blickt man auf die Berichte zurück, die die Beobachtungsstelle im Laufe der Jahre veröffentlicht hat, kann man kaum umhin, mit Erstaunen die wachsende Fülle an Detailinformationen zur Kenntnis zu nehmen, die inzwischen zur Verfügung steht – ein Maß für die zunehmende Komplexität der Situation sowohl im Hinblick auf den Konsum illegaler Drogen in Europa als auch die Art und Weise, wie Europa sich dem Drogenproblem stellt.
Den Bericht können Sie hier downloaden
admin |
Allgemein, Sucht- und Drogenberichte |
20. Februar 2007
1. Seit Ende des Jahres 2006 geht durch die Presse, dass die so genannte Heroin-Studie nach ihrem geplanten Abschluss mit Ablauf jenes Jahres auch tatsächlich beendet werden soll.
Seither häufen sich Berichte, Stellungnahmen, Appelle und Eingaben von verschiedenen politischen Seiten, aus dem Sektor der Suchthilfe, von Verbänden und Interessengruppen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, folgen alle diese Äußerungen bisher dem gleichen Grundmuster:
Der medizinische Versuch, die Heroin-Studie also, sei “eindeutig erfolgreich” gewesen. Die Vergabe von Heroin an Süchtige sei besser für deren soziale und individuelle Lage als die Vergabe von Methadon. Eine Alternative gebe es nicht. Das Ende des Projekts sei ein Rückschlag für eine erfolgreiche Drogenpolitik. Die Einstellung der Heroinvergabe sei unmenschlich gegenüber Süchtigen. Wer statt Heroinvergabe auf den Weg abstinenter Rehabilitation setze, sei in Wirklichkeit ein Zyniker, dem das Schicksal der “Ärmsten der Armen” gleichgültig sei.
Alle derartigen Einlassungen sind offenkundig weit entfernt von einer rationalen Argumentation zu einem in vielerlei Hinsicht schwerwiegenden und komplexen Problem. Sie haben den einzigen Zweck, jede Kritik am Heroin-Projekt zu ersticken.
Den Rest dieses Beitrags lesen »
admin |
Allgemein, Heroinvergabe |
17. Februar 2007
Interview aus FR-Online
Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) will eine Bundsratsinitiative des Hamburger Bürgermeisters Ole van Beust für eine ambulante Heroinabgabe an Schwerstabhängige unterstützen. Baden-Württembergs CDU-Fraktionschef und Parteivize Stefan Mappus sieht dafür in der Union keine Mehrheit.
Frankfurter Rundschau: Sind Sie beim Thema Heroinvergabe alleiniger “Blockierer”, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD) sagt?
Stephan Mappus: Nicht jeder, der eine bestimmte Position vertritt, ist automatisch ein Blockierer. Im Gegenteil. Die Anhörung unserer CDU-Fraktion ergab, dass es die großen Vorteile, die Diamorphinen (dem synthetischen Heroin, Anm. d. Red.) zugeschrieben werden, so nicht gibt. Was mich aber viel mehr stört in der Debatte ist die populistische Argumentation, man lasse die Menschen allein, wenn man jetzt nicht zustimmt. Das weise ich mit aller Entschiedenheit zurück. Sie werden überhaupt nicht allein gelassen, sondern weiterhin medizinisch auch beim Entzug betreut. Aber eben nicht mit Diamorphin, wie es manche Damen und Herren gern hätten.
Den Rest dieses Beitrags lesen »
admin |
Allgemein, Presse, Heroinvergabe |
17. Februar 2007
CDU/CSU - Bundestagsfraktion
Anlässlich der Forderung von
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Behandlung
Schwerstabhängiger mit Heroin fortzuführen, erklärt die
Drogenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Eichhorn MdB:
Die Mehrheit der Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
spricht sich gegen die weitere Vergabe von Heroin an
Schwerstabhängige aus. Heroin darf derzeit nur noch an die im
Modellprojekt befindlichen Patienten verabreichet werden. Eine
Heroinsubstitution darüber hinaus wird es nicht geben. Dies hat gute
Gründe.
Den Rest dieses Beitrags lesen »
admin |
Allgemein, Presse, Heroinvergabe |
16. Februar 2007
Dieser Beitrag wurde in einem Blog zum Thema gefunden:
.anonymus
Ich bin seit mehr als 16 Jahren von harten Drogen abhängig und habe daher grosses Interesse die Situation der Süchtigen selbst zu verbessern.
Frage möchte ich an die Süchtigen selbst stellen:
“Wer von euch hat dank einer Methadon oder Heroinabgabe den Ausstieg aus den Drogen geschafft”?
Keiner!!!!
So lange ihr täglich eine Ersatzdroge zu euch nehmt, die noch schlimmere Nebenwirkungen als die Drogen selbst hat, würde ich nicht von einer Hilfe sprechen.
Die Süchtigen, die in einem Methadon oder Heroinprogramm sind, haben ihre Sucht nicht bekämpft, es ist eine reine Verlagerung der Sucht. Bei einem Alkoholiker der Schnaps trinkt, würde man nicht von einer Hilfe sprechen, wenn dieser Alkoholiker als Therapie, Wein oder Bier vom Staat bekommt.
Die Methadon und Heroinabgabe in der heutigen Form ist aus meiner Sicht nur eine grosse Lüge!
Den Rest dieses Beitrags lesen »
admin |
Allgemein, Heroinvergabe |
16. Februar 2007
Von Petra Thürmann und Johannes Vesper*
Das bundesdeutsche Modellprojekt zur heroingestützten Behandlung Opiatabhängiger – eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte Therapiestudie – wurde zwischen 2002 und 2005 geplant und in Karlsruhe Hannover, Köln, Bonn, Frankfurt, München, Hamburg durchgeführt. Leiter des Projektes waren Professor Dr. Naber, Hamburg und PD Dr. Haasen (Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung, Universitäts-Klinikum Hamburg-Eppendorf).
Die randomisierte und kontrollierte Therapiestudie wurde nach den Regeln von Good Clinical Practice (GCP) entsprechend den üblichen Kriterien einer Wirksamkeitsprüfung für ein neues Medikament durchgeführt, um auch in Deutschland die behördliche Zulassung von i.v. Heroin zur Behandlung von Opiatabhängigen erreichen zu können. Sie wurde bisher nicht in einem wissenschaftlichen Journal unter peer-review Bedingungen publiziert.
Den Rest dieses Beitrags lesen »
admin |
Allgemein, Heroinvergabe |
10. Februar 2007
Heroingestützte Behandlung Opiatabhängiger
- eine Stellungnahme des Neuen Landes -
Wir lehnen als Mitarbeiter des Neuen Landes das Projekt aus unserer abstinenzorientierten Grundüberzeugung und der damit verbundenen fachlichen Ausrichtung unserer Arbeit grundsätzlich ab.
Gleichwohl wertschätzen wir andererseits die Bemühungen der Mitarbeiter des Projektes insofern, dass wir die damit verfolgten Ziele wie gesundheitliche und psychische Stabilisierung, Zuführung in weiterführende Hilfen, etc. befürworten und ebenfalls verfolgen.
Anfrage zur Zielgruppe
Die Zielgruppe der Studie sollen Klienten sein, die vom Hilfssystem bisher nicht oder nicht ausreichend erreicht werden.
Dazu ist anzumerken dass zunächst einmal allein aus Kapazitätsgründen der Drogenhilfe dieser Stadt viele der geschätzten 5000 massiv Drogenabhängigen nicht bzw. nicht ausreichend erreicht werden.
Den Rest dieses Beitrags lesen »
admin |
Allgemein, Heroinvergabe |